Seepferdchenarten Geschlechtsunterschiede Paarung Natürliches Umfeld Haltung Das Seepferdchenaquarium (Becken/Technik) Einrichtung Vergesellschaftung Feinde Futter Krankheiten Nachzucht Wasserqualität Strömung Futter Grünwassermethode Artemianauplien Angereicherte Artemien Mysis
Die sanftmütigen Ungeheuer verstehen es ganze Völker in ihren Bann zu ziehen. Wer einmal Seepferdchen gehalten hat, verliebt sich unweigerlich in sie. Mein Dank gilt deshalb meiner Frau Alexandra, die mein zeitintensives Hobby tatkräftig unterstützt. Allgemeine Infos Seepferdchen (hippocampus) sind Fische. Sie gehören zur Familie der Seenadeln (Syngnathidae), zu welchen auch die Nadelpferdchen und die Fetzenfische gehören. Seepferdchen sind fast in allen Meeren anzutreffen. Von den tropischen Regionen bis hin zu den gemässigten Regionen. Das besondere an den Seepferdchen ist ihre aufrechte Schwimmweise. Ihr Kopf gleicht dem eines Pferdes und ihr Schwanz dem einer Raupe. Aus diesem Grund erhielten sie den lateinischen Namen Hippocampus. Seepferdchen manövrieren in erster Linie mit den kleinen Flossen am Kopf, die wie Ohren des Pferdekopfs aussehen. Des Weiteren haben sie noch eine Flosse am Rücken und ein winziges Flösschen unter der Brust. Besonders markant ist der Umstand, dass sich Seepferdchen mit dem flossenlosen Schwanz auch bei starker Strömung festhalten können. Sie bewegen den Schwanz nicht wie die anderen Fische seitwärts sondern rollen ihn nach unten. Sie erreichen beim festhaltenden Umwickeln eine Kraft, die für ihr Gewicht beeindruckend ist. Seepferdchenarten Es gibt geschätzt gut 50 Seepferdchenarten und fast jährlich werden neue entdeckt. Aus aquaristischer Sicht ist die Unterteilung der Seepferdchen in die tropischen und subtropischen Arten von Bedeutung. Die Tropischen Arten lassen sich gut im Wohnzimmer bei etwa 24 C halten. Die subtropischen Arten hingegen vertragen diese Temperaturen nicht und müssen speziell gehalten werden. Wer den Aufwand nicht scheut und das Becken herunterkühlen möchte, der sei sich der Tatsache bewusst, dass sich dann am Aquarium immer Kondenswasser bilden wird. Daneben macht auch die Unterscheidung nach der Grösse Sinn. Seepferdchen werden je nach Art nur gut einen Zentimeter gross bis hin zu etwa 35 Zentimetern. Die ersten nennt man Zwergseepferdchen. Sie können in kleinen Aquarien gehalten werden und stellen teilweise besondere Anforderungen betreffend dem Salzgehalt. Die tropischen Seepferdchen unter den grösseren Arten werden meist zwischen 9 und 19 cm gross. Seepferdchenartentabelle Geschlechtsunterschiede Seepferdchen-Männchen lassen sich auf Grund der Bruttasche (auch Bauch- oder Brusttasche genannt) eindeutig identifizieren. Eine Identifikation auf Grund der Körperform oder der kleinen Flosse beim After ist reine Glückssache! Da sich die Bruttasche erst mit der Geschlechtsreife ausbildet, sind die Männchen erst 2-3 Monate vor der Geschlechtsreife eindeutig erkennbar. Zu Beginn ist die Bruttasche auf dem Schwanz nur als aufgemalter Strich zu erkennen. (siehe Foto) Sie variiert farblich weniger als die Seepferdchen und ist deshalb je nach der Stimmung des Seepferdchens besser oder weniger gut zu erkennen. Sie entwickelt sich innerhalb von weinigen Wochen zu einer eindeutigen Tasche mit einer oben liegenden senkrechten Schlitzöffnung. Paarung Vom Moment an, in dem die Männchen durch einen feinen Strich als solche erkennbar sind, bis zur ersten Geburt dauert es nur etwa 3 Monate. Noch am selben Tag der Geburt oder am Tag danach findet in der Regel schon wieder die Eiübergabe statt. Das Männchen bebalzt das Weibchen. Es zeigt, durch Kontraktion des Körpers, dass die Bruttasche leer ist und bietet diese weit geöffnet dem Weibchen zur Befüllung an. Das Männchen ist sehr hartnäckig und so dauert dieses Ritual oft 30 Minuten. Wenn die Positionen stimmen, legt das Weibchen von oben die Eier in die Bruttasche des Männchens. Während dieses Vorganges steigt das Paar langsam bewegungslos auf. Wenige Sekunden später ist die Eiübergabe vollbracht. Das Männchen verteilt die Eier nun mittels schüttelnder Bewegungen in seiner Bruttasche. Natürliches Umfeld Seepferdchen leben in der Natur gerne in Algenfeldern, auf Hornkorallen oder halten sich an Schwämmen fest. Sie umgreifen mit ihrem Schwanz die Algen oder Gorgonien und verharren so ohne zu schwimmen am gleichen Ort. Um nicht gefressen zu werden verlassen sich Seepferdchen auf ihre Tarnung. Diese Tarnung dient auch ihrer Jagd. Als Lauerjäger warten die Seepferdchen bis sich ihre Beute in unmittelbarer Nähe vom Kopf befindet und schnappen dann zu. Seepferdchen leben Standortbezogen und bilden meist Paare. Haltung Wer einmal ein Süsswasseraquarium hatte, der kennt sicher den wohl am weitesten verbreiteten Fisch den Guppy und kann auch von Todesfällen berichten, die nicht auf das Alter der Fische zurückzuführen sind. Die Meerwasseraquaristik ist noch etwas anspruchsvoller betreffend Wasserqualität und es kommen viele zusätzliche Faktoren hinzu, die das Hobby komplizierter machen. Die Seepferdchen wiederum gehören in der Meerwasseraquaristik zu den empfindlicheren Fischen. Bevor man sich an Seepferdchen heranwagt, sollte man unbedingt erste Erfahrungen im Meerwasserbereich gesammelt haben. Seepferdchen sind keine Anfängertiere. Das Seepferdchenaquarium (Becken/Technik) Ein Seepferdchenbecken sollte mindestens die Masse 50x50x50cm haben. (Für die Zwergseepferdchenarten reichen auch kleinere Becken aus.) Optimal dürfte nach meiner Erfahrung ein Becken der Grösse 100x50x50cm sein. Noch grössere Aquarien ermöglichen jedoch zusätzlichen hilfreichen Besatz. Hippocampus reidi und h. kuda, die meistverbreiteten Seepferdchen im Handel, gehören zu den Arten, die relativ viel schwimmen. Für sie ist es wichtig, dass die Höhe von mind. 50cm eingehalten wird. Ich empfehle auf Dauer maximal 2-3 erwachsene Paare (Männchen und Weibchen) in einem 50er Würfel (pro 125 Liter) zu halten. Es ist jedoch auch kein Problem nur ein Paar zu halten. Mehr Männchen als Weibchen wird vielfach zur Rivalität unter den Männchen führen. Reine Männergesellschaften sind da oftmals ruhiger. Seepferdchen mögen durchaus ab und zu etwas Strömung. Für einen 50er Würfel empfehle ich eine Pumpe mit 1000l/h, von unten nach oben gerichtet. Damit ergeben sich Stellen, die eine starke Strömung haben, aber auch sehr strömungsarme Stellen. Der Ansaugpunkt der Pumpe sollte mit einem Schwamm gesichert werden. Eine gute Versorgung mit Sauerstoff ist besonders in der Nacht wichtig, da die Algen dann Sauerstoff verbrauchen und die beliebte Würfelform eine kleine Oberfläche hat. Ich empfehle einen Abschäumer direkt im Becken zu platzieren. Die weit verbreitete Angst, dass die Seepferdchen die Luftblasen schlucken würden ist nicht gerechtfertigt, solange sie halbwegs genügend zu fressen erhalten. Der Wasserqualität ist besondere Beachtung zu schenken, da Seepferdchen das Futter nicht ganz verdauen und so das Wasser stark belasten. Meist liesst man, dass ein UV-Entkeimer unabdingbar ist. Ich halte meine Seepferdchen von Anfang an ohne UV und verwende es auch nicht in der Zucht. Wenn die Biologie im Meerwasseraquarium stimmt, ist UV nie nötig. Seepferdchen mögen weder eine sehr starke Beleuchtung (Steinkorallenbecken) noch dunkle Becken. Schwache HQI oder genügend Röhren sind optimal. Die tropischen Seepferdchen lassen sich bei einer Wassertemperatur von etwa 24-26C gut halten. Einrichtung Seepferdchen bevorzugen ein Becken mit vielen Algen, mit dichten und lichten Stellen. Caulerpaalgen eignen sich besonders gut für Seepferdchenaquarien. Einerseits bieten sie gute Festhalte- und Versteckmöglichkeiten und andererseits entziehen sie durch ihr schnelles Wachstum dem Becken Nährstoffe. Die Caulerpa prolifera sollte in keinem Becken fehlen. Sie wird von den grossen Seepferdchenarten wahrlich geliebt. Die weit verbreitete Caulerpa taxifolia hat den Nachteil, dass sie in regelmässigen Abständen in grossen Mengen abstirbt und so kurzfristig für etwa einen Tag das Wasser stark belastet. Zudem ist sie schwieriger unter Kontrolle zu halten, da ihre Wurzeln in jede Ritze des Lebendgesteins hineinwachsen und praktisch nicht mehr entfernt werden können. Die Tellercaulerpa Caulerpa racemosa var. turbinata und die Caulerpa peltata können zur echten Plage werden und bilden dichte Geflechte, in denen sich Seepferdchen mindestens vorübergehend verfangen können. Die Caulerpa racemosa var. laetevirens f. cylindracea dient den Seepferdchen in erster Linie als Versteck. Durch ihre Grösse ist auch ihr Wachstum beachtlich. Auch sie stribt in gewissen Abständen teilweise ab. Caulerpa brachypus und Caulerpa racemosa eignen sich gut als zusätzliche Algen für kleinere Seepferdchen zum Festhalten. Die Caulerpa serrulata schätze ich als Alge für die Nachzucht von Seepferdchen, da sie von der Grösse her optimal ist, schnell wächst, robust ist und trotz ihres dichten Wuchs auch den grossen Seepferdchen nicht zum Verhängnis wird. Meeressalatarten wie z.B. Ulva fasciata sind schwierig im Aquarium zu halten. Die Drahtalge Chaetomorpha linum sollte mit Vorbehalt verwendet werden. Grosse Seepferdchen mit ausgeprägten Stacheln können sich in ihr mindestens vorübergehend verfangen. Die Cladophora herpestica dient in erster Linie optischen Zwecken. Die Kugelalge Ventricaria ventricosa ist eine Plage, die in kein Becken gehört. Rote Algen hingegen sind ein wichtiger Reiz, der die Farbenpracht der Seepferdchen anregt. Die Algen müssen etwa 1x pro Monat massiv ausgelichtet werden. Neben den Algen sollten die Seepferdchen auch harte Gegenstände zum Festhalten haben. Hornkorallen, Kabel und Rohre etc. bis etwa Fingerdicke werden gerne als Festhaltegegenstände genutzt. Wo kein Algendickicht besteht, da sollten den Seepferdchen auch Unterstände oder Höhlen zur Verfügung stehen, in welche sie sich aufrecht zurückziehen können. Vergesellschaftung Verschiedene Seepferdchenarten lassen sich vom Verhalten her gut miteinander vergesellschaften. Wenn man darauf achtet, dass die physikalischen Anforderungen gleich sind, z.B. grössere Tropische Arten, dann muss man nur noch beim Füttern darauf achten, dass alle genügend zum Fressen bekommen, da nicht alle Arten gleich aktiv schwimmen. Wenn man weitere Seepferdchen hinzusetzen möchte, dann empfehle ich sie während einem Monat zuhause in Quarantäne zu halten. Ich habe gute Erfahrungen gemacht, mit einem an das Zielbecken gekoppelten Quarantänebecken. Der wichtigste Quarantänefaktor ist das Vermeiden des direkten Körperkontakts mit dem alten Bestand, bis man sich sicher ist, dass die neuen gesund sind und sich an das Wasser gewöhnt haben. Da Seepferdchen langsame Fresser sind, sollte auf alle hektisch schwimmenden oder schnell fressenden Fische verzichtet werden. Kauderni beispielsweise fressen das Futter nur bis es auf dem Boden liegt. Mandarinfische sind relativ langsame Fresser und halten das Becken frei von Strudelwürmern (Planarien). Sobald man jedoch auch an die Zucht denkt, ist das reine Artenbecken die beste Lösung. Schnecken und Borstenwürmer helfen bei der Beseitigung der Futterreste im Becken. Garnelen fressen die Borstenwürmer. Feinde Neben der Fresskonkurrenz haben Seepferdchen auch direkte Feinde. Grosse Raubfische fressen auch Seepferdchen. (Kauderni fressen etwa ab dem 4. Monat neugeborene Seepferdchen.) In einem Seepferdchenbecken muss gänzlich auf Anemonen verzichtet werden. Das gilt auch für kleine Feueranemonen (Mayos) oder Glassrosen. In grösseren Seepferdchenbecken habe ich mit der Zugabe eines Chelmon rostratus zur Bekämpfung der Glasrosen sehr gute Erfahrungen gemacht. Krabben gehören nicht ins Seepferdchenbecken! Bei Einsiedlerkrebsen und Garnelen mit grossen Scheren muss man individuell den Test machen. Seeigel mit langen dünnen Stacheln bergen gleichfalls ein hohes Risiko und grosse Seesterne können auch zur tödlichen Gefahr werden. Die kleinen Gänsefussseesterne wandern ab und zu über die Seepferdchen. Ich konnte zwar nur selten negative Auswirkung davon beobachten. Trotzdem beschränke ich die Zahl der Asterina-Seesterne bei den stationäreren Seepferdchenarten vorsorglich auf ein Minimum und entferne grosse Exemplare von den Seepferdchen, wenn ich sie auf ihnen sehe. Borstenwürmer in normaler Anzahl sind in der Regel keine Gefahr für Seepferdchen. Ebenso Schnecken und kleine Schlangenseesterne. Futter Seepferdchen sind Futterspezialisten. Am liebsten fressen sie Lebendfutter. Als Jungtiere fressen sie Copepoden, Artemia etc. Im Erwachsenenstadium fressen sie unter anderem Artemia, Mysis, Krill, Garnelen und Mückenlarven. Trotz der reichen Palette, die Seepferdchen fressen würden, empfehle ich ausschliesslich Futter aus dem Meer zu verfüttern. Kaufen Sie nur Futter guter Qualität in grösseren Mengen, die Sie dann selbst zwischenlagern. Ich füttere zu 95% Mysis, sowie zeitweise zusätzlich wenig feinen Krill. Alles was so lange wie das Maul ist, wird gefressen. Grosse Stücke werden regelrecht zerfetzt. Den eigenen Nachwuchs fressen sie nicht. Die Umgewöhnung auf Frostfutter ist für die erfolgreiche Aquarienhaltung entscheidend, da Seepferdchen schlechte Verwerter sind. Junge Seepferdchen fressen deshalb bis zu 2'000 kleine Krebschen pro Tag! (eigene Hochrechnung; andere Quellen berichten von bis zu 3'500) Das Algendickicht dient als Refugium für Kleinstlebewesen und fördert den Jagdinstinkt der Seepferdchen. Diese kommen so zwischendurch zu kleinen Snacks. Um die Belastung mit Nährstoffen und Keimen im Wasser möglichst tief zu halten, sollte das Frostfutter unter laufendem Wasser aufgetaut und anschliessend sogleich verfüttert werden. Mann kann die Seepferdchen entweder mit einer Futterreuse immer am gleichen Platz füttern oder die Mysis gleichmässig in der Strömung treiben lassen. Die erste Variante hat die Vorteile, dass man einfacher überprüfen kann, ob alle Seepferdchen fressen. Ausserdem kann man überzähliges Futter wieder entfernen. Die zweite Methode fördert den Jagdinstinkt und entspricht eher den natürlichen Bedingungen. Seepferdchen sollten 2x am Tag gefüttert werden. Die Menge muss so bemessen sein, dass nach einer halben Stunde alles aufgefressen wurde! Ausnahmsweise z.B. während den Ferien reicht auch nur eine Fütterung pro Tag. Die Menge sollte aber so bemessen sein, dass die Seepferdchen nicht Kugelrund werden. Vor dem Fressen sollten die beiden Brustseiten ungefähr gerade sein und weder markant nach innen, noch nach aussen gewölbt sein. Krankheiten Bei Seepferdchen treten 3 Krankheiten am häufigsten auf. Gasblasenkrankheit Die Gasblasenkrankheit kann durch eine schlechte Wasserqualität hervorgerufen werden. Es entstehen Gasblasen unter der Haut und das Seepferdchen erhält dadurch Auftrieb. Oftmals beginnt diese Krankheit mit Gasblasen im Schwanzbereich, so dass die normale Schwimmlage des Seepferdchens beeinträchtigt wird. Dies kann so weit gehen, dass das Seepferdchen hilflos an der Wasseroberfläche treibt, da es nicht mehr gegen den Auftrieb ankommt. Ohne Behandlung führen dann der Stress und Futtermangel zum Tod. Bei den Männchen kann es sein, dass diese Gasblasen im Brustbeutel entstehen. Die Theorie, dass Luft in die Brusttasche eindringt und nicht wieder heraus kann, betrachte ich als unwahrscheinlich. Viel wahrscheinlicher ist die Möglichkeit, dass nicht alle Seepferdchenbabies herausgepresst wurden oder anderer Dreck zur Gasbildung in der Bauchtasche führt. In diesem Fall kann die Entlüftung der Tasche durch die vom Seepferdchen zusammengepresste natürliche Öffnung das Problem beheben. Zu beachten ist, dass sich das Seepferdchen dagegen wehrt und es nicht durch etwas Spitzes verletzt werden darf. Zu grosse Gasblasen die unter der Haut sitzen müssen mit einer möglichst feinen Nadel aufgestochen werden. Die Blasen sind erst dann zu gross, wenn das Seepferdchen schwimmunfähig ist, da das Aufstechen eine Infektionsgefahr birgt. Generell sollte man beim Auftreten der Gasblasenkrankheit jedoch die Strömung überprüfen. Diese sollte vor allem in Würfeln von unten nach oben gerichtet sein, so dass auch Nachts in den tieferen Regionen genügend Sauerstoff vorhanden ist und keine strömungstoten Stellen entstehen. Die Krankheit kann auch mit guten Erfolgschancen Medikamentös behandelt werden. Diamox (von Goldshield Pharmaceuticals) über den Tierarzt bezogen ist wie folgt anzuwenden: Behandlung bei Zimmertemperatur in einem 25kg Salzeimer und einer leichten Belüftung so dass eine leichte Strömung entsteht. 20 Liter Wasser aus dem Aquarium mit einer ganzen aufgelösten 250mg Tablette versehen. Danach alle 2 Tage 50% Wasserwechsel (10 Liter) mit 1/2 Tablette. Behandlungsdauer 10 Tage. Weisse Flecken Weisse Flecken werden sichtbar, wenn es zu Verpilzungen und Infektionen kommt. Dies beginnt gerne an der Schwanzspitze oder am Kopf und geht so weit, dass wunde Stellen entstehen und das Seepferdchen sich nicht mehr mit dem Schwanz festhalten kann. Einmal so weit, steigt der Energiebedarf für das permanente Schwimmen zu stark an und das Seepferdchen wird eingehen. Auslöser sind oftmals Vernesselungen von Glasrosen oder Anemonen. (siehe Feinde) Zur Behandlung muss besonderer Wert auf die Wasserqualität gelegt werden. Eine verbesserte Umwälzung im Becken, d.h. eine Erhöhung der Strömung kann sich auch positiv auswirken. Medikamentöse Behandlungen mit Antibiotika können ebenfalls erfolgreich sein. Am effektivsten ist eine orale Behandlung. Dafür lässt man lebendige ausgewachsene Artemien für 2 Stunden in einer frisch angesetzten konzentrierten Antibiotika-Lösung schwimmen, bevor man sie verfüttert. Alternativ kann man das Antibiotika auch direkt in tote Mysis hineinspritzen und so verfüttern. Verlust des Saugreflexes Manchmal wollen Seepferdchen fressen, doch irgendwie verlieren sie ihre Saugkraft. Es ist ihnen dann nicht mehr möglich die Mysis durch die Schnauze zu saugen. Sie verhungern langsam. Bis zu Tod kann es 3 Monate dauern, ab dem Zeitpunkt, in dem die Nahrungsaufnahme unmöglich ist. Hier ist mir keine wirklich Erfolgversprechende Behandlung bekannt. Manchmal nützt eine Wurmkur. Nachzucht Die Nachzucht von Fischen in der Meerwasseraquaristik ist aufwändig und birgt verschiedene Schwierigkeiten. Sind diese einmal gelöst, lassen sich Erfolge erzielen und auf diese Weise die natürlichen Ressourcen schonen. Die Nachzucht von Seepferdchen ist für Meerwasserfische zwar relativ einfach, erfordert jedoch trotzdem höchste Disziplin und einen grossen Zeitaufwand. Marine Nachzuchten tragen zum Schutz der Riffe bei und schonen die natürlichen Bestände. Nachzuchten sind gesund und futterfest, sowie bereits an die Verhältnisse in Aquarium angepasst. Dadurch sind sie stabil und langlebig. Arten die relativ einfach nachgezogen werden können, sollte man nicht mehr als Wildfänge erwerben. Nachzuchten kosten zwar nicht weniger, doch langfristig tun Sie sich und der Natur einen grossen Gefallen mit deren Erwerb. Zu Beginn jeder Nachzucht steht das laichbereite Fischpaar. Männchen und Weibchen müssen dazu zusammen finden und sich wohl fühlen. Eine üppige und vitaminreiche Fütterung ist der Ablaichbereitschaft meist zuträglich. Wenn die jungen Seepferdchen aus der Obhut des Vaters entlassen werden, müssen sie vor Fressfeinden geschützt werden. Die Eltern gehören bei den Seepferdchen nicht zu diesen Feinden. Es empfiehlt sich trotzdem die jungen Seepferdchen einzufangen und zu separieren, damit sie vor der Technik des Elternbeckens geschützt werden. Einmal separiert hat man folgende Hauptprobleme: • Die Wasserqualität muss gewährleistet werden. • Das Futter muss artgerecht und in ausreichender Menge vorhanden sein. • Die Belüftung und Strömung muss angepasst sein. Wasserqualität Die enorme Verfügbarkeit des Futters steht im Widerspruch zur guten Wasserqualität. Es muss sichergestellt werden, dass die Wasserqualität konstant gut bleibt. Mann muss somit einerseits regelmässig den Boden absaugen und andererseits konstant einen gewissen Austausch des Wassers sicherstellen, ohne dass das Futter übermässig ausgespült wird. Optimaler Weise sollte das kleine System der jungen Seepferdchen irgendwie an den Wasserkreislauf des grossen Meerwasseraquariums gekoppelt sein. Dies ist die beste Garantie dafür, dass die Wasserqualität gut genug bleibt. Natürlich kann man das kleine System auch direkt in das Becken der Eltern hinein geben. Aber auch bei einem Einhängebecken ist auf einen gezielten Wasseraustausch zu achten. Wer diese Möglichkeit nicht hat, der muss mindestens täglich 10% oder wöchentlich 50% Wasserwechsel mit gut gereiftem Wasser machen. Je nach Belastung im Aufzuchtbecken sollte alle 4-7 Tage dieses völlig geleert und mit einer Bürste gereinigt werden um Bakterielle Ablagerungen zu entfernen. Die kleinen Seepferdchen verfangen sich sonst mit ihren Stacheln in diesen schleimigen oft fadenartigen Ablagerungen und gehen dann an übermässigem Energieverbrauch zu Grunde. Die zum Festhalten dienenden Pflanzen müssen auch ersetzt werden. Als Alternative dienen hier künstliche Festhaltegegenstände aus Kunststoff, die gut gereinigt werden können. Strömung Natürlich spielt auch der Sauerstoffgehalt im Wasser eine Rolle. Deshalb ist eine leichte Belüftung mittels einer Luftpumpe notwendig. Zu guter Letzt spielt die Wasserbewegung (Strömung) oftmals die entscheidende Rolle. Z.B. bei Seepferdchen muss während der pelagischen Phase (die Zeit, in der sie frei herumschwimmen und sich noch nicht mit dem Schwanz irgendwo festhalten) sichergestellt werden, dass die Strömung die neugeborenen Seepferdchen in der Schwebe hält und somit fern vom Boden oder der Wasseroberfläche. Dies erreicht man am besten mittels einer Kreisförmigen Strömung mit horizontaler Achse. Die Strömung erzeugt man entweder durch einen Wasserstrahl oder durch einen Luftheber ohne Ausströmerstein. Ein runder Behälter erleichtert die Strömung. Die Stärke der Strömung hängt von verschiedenen Faktoren ab. Sie darf die Seepferdchen nicht ermüden und auch nicht beim Fressen störend sein. Während der pelagischen Phase benötigen die Seepferdchen mehr Strömung als danach. Auf der anderen Seite kann eine stärkere Strömung bei der Umgewöhnung auf Frostfutter hilfreich sein. Futter Das richtige Futter in ausreichender Menge zur Verfügung zu stellen ist die Grösste Herausforderung in der Aufzucht von Seepferdchen. Neugeborene Seepferdchen fressen ausschliesslich lebendiges Futter und in den ersten Tagen ist fast jedes Futter für sie zu gross. Hinzu kommt, dass junge Seepferdchen bis zu 2'000 kleine Krebschen pro Tag fressen! Wer in Küstennähe wohnt, der kann sich das Futter frisch aus dem Meer besorgen. Den anderen bleib nichts anderes übrig, als entweder das Futter zu importieren, was leider unbezahlbar ist oder es selbst zu züchten. Da auch die Nachzucht von Copepoden etc. im benötigten Umfang nicht leicht ist, kommen oft Artemianauplien als Notfutter zum Einsatz. Je nach der Grösse der Neugeborenen sind diese von Anfang an in der Lage Artemianauplien zu fressen oder erst nach bis zu 2 Wochen, wenn sie entsprechend gewachsen sind. Die entscheidende Grösse der Neugeborenen liegt bei etwa 9 mm. Grünwassermethode Die Grünwassermethode ist für kleine Neugeborene bis ca. 8mm in den ersten Tagen empfehlenswert. Gute Erfolgschancen bietet hier eine Mischung aus Phyto- und kleinstem Zooplankton. Als Basiskultur für das Zooplankton dienen Brachionus und Copepoden. Die jungen Seepferdchen müssen von einer hohen Dichte dieses Futters umgeben sein. Die Brachionus verteilen sich im ganzen Eimer. Am besten sieht man sie an der Oberfläche als winzige (weisse) Punkte, die sich minimal bewegen. Für sie ist z.B. Selco ein gutes Futter oder auch Hefe etc. Zum Absieben braucht man ein feineres Sieb als zum Absieben von Artemien. Am besten bestellt man sich die Gaze im Internet und bastle sich das Sieb selbst. Copepoden lassen sich in Eimern (im Sommer im Freien, z.B. auf dem Balkon) vermehren. Dazu füllt man 25kg Salz-Eimer zu 2/3 mit Wasser aus dem Aquarium und impft diese mit verschiedenen Copepoden an. Die Copepoden kann man entweder im eigenen Becken von den Rändern absaugen oder sich eine Startkultur zulegen. Im Freien belüfte ich die Eimer nicht. Zeitweise scheint bei mir die Sonne auf die Kübel und das Wasser wir bis zu 30 Grad warm. Bei Aussentemperaturen von über 30 Grad sollte man die Kübel vor direkter Sonneneinstrahlung schützen. Damit das Zooplankton auch einen guten Nährwert hat, muss es Phytoplankton fressen oder z.B. Ersatzfutter wie z.B. Selco plus und zwar bis kurz bevor es selbst von den Larven gefressen wird. Füttern darf man das Zooplankton nicht viel. Zerriebene Flocken, Granulat, Frostfutter oder Salat in ganz kleinen Mengen eignen sich dazu. Copepoden werden grösser als frisch geschlüpfte Artemianauplien. Sie sind vermehrt am Eimerrand, doch verteilen sich bei ausreichender Dichte im ganzen Eimer. Man kann sie gut mit dem Artemiasieb entnehmen. Insekten etc. fische ich Täglich aus den Eimern ab, damit das Wasser möglichst gut bleibt. Falls eine dicke Haut an der Oberfläche entsteht, muss diese weg, denn diese mindert den Sauerstoffaustausch und ist eklig beim Absieben der Futtertiere. Ziel wäre, dass das Wasser 1x pro Tag klar wird statt milchig zu sein. Grün ist OK. Versuche mit Korallenbruch am Boden des Eimers wirkten sich bei mir negativ aus. Das Zooplankton muss vor der Geburt in ausreichender Menge vorhanden sein. Ansonsten wird es nie reichhaltig genug sein. Artemianauplien Grössere Neugeborene ab ca. 9mm können von Beginn an Artemianauplien fressen. Entscheidend ist in den ersten Tagen, dass die Nauplien möglichst frisch geschlüpft sind, denn sonst können die Seepferdchen diese nicht verdauen. Hinzu kommt, dass Artemianauplien sobald sie ihren Dottersack verbraucht haben, nach etwa 48 Stunden, praktisch keinen Nährwert mehr haben. Gefüttert wird 3x pro Tag bei guter Beleuchtung. Somit müssen auch 3x pro Tag frische Artemien angesetzt werden. Füttern Sie zu Beginn nicht zu viel, so dass die Nauplien nach dem Fressen für eine Weile im Magen bleiben und nicht sogleich vom neuen Futter herausgedrückt werden. Zeitspannen von mindestens 3 Stunden zwischen den Fütterungen sind in den ersten Wochen optimal. Nach etwa 4 Wochen muss die Menge der Artemianauplien pro Fütterung verdoppelt werden. Junge Seepferdchen können sehr wohl zwischen Artemianauplien und den unverdaulichen Schalen unterscheiden. Wenn genügend Futter vorhanden ist, werden die Schalen äusserst selten geschluckt. Es ist möglich Seepferdchen nur mit Artemianauplien aufzuziehen, doch man sollte versuchen auch Copepoden zu reichen und nur den nicht abdeckbaren Bedarf mit Artemien zu bestreiten. In dieser Phase ist es möglich die kleinen Seepferdchen in relativ grossen Becken zu halten, da sie aktiv dem Futter nachjagen. Angereicherte Artemien Nach etwa 6 Wochen werden die Artemianauplien zu klein um den Futterbedarf der gewachsenen Seepferdchen zu decken. Mit gut 2cm Länge sind die Seepferdchen aber noch zu klein um auf Frostmysis umgewöhnt zu werden. Nun müssen lebendige Artemien in passender Grösse gefüttert werden. Da die Artemien nährwertmässig zwei Tage nach dem Schlupf nur noch so gut sind, wie das was sie gefressen haben, ist nun die Anreicherung ein wichtiges Thema. Artemien kann man z.B. mit Algen, Hefe oder Eigelb füttern. Ausgewachsene Artemien sind nach 8 Stunden voll angereichert. Kleinere brauchen länger – je nach Grösse bis zu 24 Stunden. Zusätzlich zu den lebendigen Artemien kann man versuchen Frost-Cyclops zu füttern. Die meisten Seepferdchenarten haben nun die pelagische Phase überstanden und halten sich vermehrt irgendwo fest beim Fressen. Damit die Futterdichte gross genug ist, muss das Becken nun wieder klein sein. Mysis Etwa nach 3 Monaten mit einer Grösse von 3-5 cm kann mit der Umgewöhnung der Seepferdchen auf Frostmysis begonnen werden. Dazu gebe ich vereinzelte ausgesuchte kleine Mysis ins Aufzuchtbecken. Eine stärkere Belüftung sorgt zugleich für eine leichte Bewegung der toten Mysis und erhöht somit den Fressreiz. Sobald die ersten Seepferdchen beginnen Mysis zu fressen reduziere ich dann die Artemien. Wenn alle Frostmysis fressen stelle ich die Fütterung von Artemia, Cyclops etc. ganz ein. Nun sind die grössten Hürden überstanden und die Zucht ist gelungen. Die Nachzuchten können fortan wie die ausgewachsenen Seepferdchen behandelt werden. Oft werde ich gefragt, wie viele Seepferdchen ich pro Wurf durchbringe. Die Frage kommt meistens dann auf, wenn man seine eigenen Erfolge oder Misserfolge bewerten möchte. Generell kann man sagen, dass falls die Seepferdchen in den ersten 3 Tagen sterben, das Wasser oder die Sauerstoffversorgung mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht gut genug ist. Wenn die Seepferdchen zwischen Tag 4 und 7 sterben, dann ist die Chance gross, dass sie verhungern. Danach kommt es auf eine konstante Pflege darauf an und vor allem auf ausreichend gutes Futter. Was nun meine Quoten betrifft, kommt es darauf an, wie viel Zeit ich habe und was man unter durchbringen versteht. Einige Beispiele: • Comes/Barbouri die ersten 6-8 Wochen bei vernünftigem Zeitaufwand ca. 80% • Comes/Barbouri 6 Monate auf Frostfutter umgestellt bei konstanter Pflege ca. 40% • Reidi die ersten 4 Wochen bei vernünftigem Zeitaufwand ca. 50% • Reidi 6 Monate auf Frostfutter umgestellt bei konstanter Pflege ca. 40% Bei unregelmässiger Pflege (Wochenweiser Abwesenheit) bin ich mit 1 Pferdchen pro Wurf zufrieden. Um mehr als 40% regelmässig durchzubringen, muss man den Aufwand markant steigern durch anreichern des Futters etc. Mit der Zeit werden sich neue Probleme ergeben. So genannte Miniquallen werden sich vermehren. Sie sind einerseits Futterkonkurrenten für die jungen Seepferdchen und andererseits können sie die Seepferdchen mit ihrem Nesselgift schwächen. Man sollte die Anzahl der Miniquallen deshalb durch manuelle Entfernung so tief wie möglich halten. In nicht gekoppelten Aufzuchtbecken kann mit Fenbendazole behandelt werden. Tipps Weniger ist oft mehr. Wenn Sie nur wenige neugeborene Seepferdchen abschöpfen, steigt dafür die Überlebenschance jedes einzelnen. Wenn neugeborene Seepferdchen immer an der Oberfläche kleben, kann man das Becken vorübergehend von oben abdunkeln und seitlich beleuchten. Das Lebendfutter sammelt sich beim Licht und lockt die Seepferdchen von der Wasseroberfläche weg. Die Aufzucht der einzelnen Würfe wird sich überschneiden, so dass mehrere Becken für die verschiedenen Entwicklungsstadien von Nöten sein werden. Lesen Sie mehr über die Nachzucht bestimmter Seepferdchenarten Fotos Weitere Seepferdchenfotos finden Sie in unseren Fischgalerien. Schlusswort Ich wünsche allen viel Erfolg bei der Pflege und Nachzucht von Seepferdchen. Es ist ein Hobby, das zur Leidenschaft wird. Wir ermöglichen dadurch vielen Menschen den Zugang zu diesen fabelhaften Tieren. Nur wenige Menschen werden das Glück haben, Seepferdchen in der freien Natur bewundern zu können. Mit unserem Hobby stärken wir das Interesse für die Seepferdchen und leisten somit einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz. Seitenanfang
Das Seepferdchenaquarium (Becken/Technik) Ein Seepferdchenbecken sollte mindestens die Masse 50x50x50cm haben. (Für die Zwergseepferdchenarten reichen auch kleinere Becken aus.) Optimal dürfte nach meiner Erfahrung ein Becken der Grösse 100x50x50cm sein. Noch grössere Aquarien ermöglichen jedoch zusätzlichen hilfreichen Besatz. Hippocampus reidi und h. kuda, die meistverbreiteten Seepferdchen im Handel, gehören zu den Arten, die relativ viel schwimmen. Für sie ist es wichtig, dass die Höhe von mind. 50cm eingehalten wird. Ich empfehle auf Dauer maximal 2-3 erwachsene Paare (Männchen und Weibchen) in einem 50er Würfel (pro 125 Liter) zu halten. Es ist jedoch auch kein Problem nur ein Paar zu halten. Mehr Männchen als Weibchen wird vielfach zur Rivalität unter den Männchen führen. Reine Männergesellschaften sind da oftmals ruhiger. Seepferdchen mögen durchaus ab und zu etwas Strömung. Für einen 50er Würfel empfehle ich eine Pumpe mit 1000l/h, von unten nach oben gerichtet. Damit ergeben sich Stellen, die eine starke Strömung haben, aber auch sehr strömungsarme Stellen. Der Ansaugpunkt der Pumpe sollte mit einem Schwamm gesichert werden. Eine gute Versorgung mit Sauerstoff ist besonders in der Nacht wichtig, da die Algen dann Sauerstoff verbrauchen und die beliebte Würfelform eine kleine Oberfläche hat. Ich empfehle einen Abschäumer direkt im Becken zu platzieren. Die weit verbreitete Angst, dass die Seepferdchen die Luftblasen schlucken würden ist nicht gerechtfertigt, solange sie halbwegs genügend zu fressen erhalten. Der Wasserqualität ist besondere Beachtung zu schenken, da Seepferdchen das Futter nicht ganz verdauen und so das Wasser stark belasten. Meist liesst man, dass ein UV-Entkeimer unabdingbar ist. Ich halte meine Seepferdchen von Anfang an ohne UV und verwende es auch nicht in der Zucht. Wenn die Biologie im Meerwasseraquarium stimmt, ist UV nie nötig. Seepferdchen mögen weder eine sehr starke Beleuchtung (Steinkorallenbecken) noch dunkle Becken. Schwache HQI oder genügend Röhren sind optimal. Die tropischen Seepferdchen lassen sich bei einer Wassertemperatur von etwa 24-26C gut halten. Einrichtung Seepferdchen bevorzugen ein Becken mit vielen Algen, mit dichten und lichten Stellen. Caulerpaalgen eignen sich besonders gut für Seepferdchenaquarien. Einerseits bieten sie gute Festhalte- und Versteckmöglichkeiten und andererseits entziehen sie durch ihr schnelles Wachstum dem Becken Nährstoffe. Die Caulerpa prolifera sollte in keinem Becken fehlen. Sie wird von den grossen Seepferdchenarten wahrlich geliebt. Die weit verbreitete Caulerpa taxifolia hat den Nachteil, dass sie in regelmässigen Abständen in grossen Mengen abstirbt und so kurzfristig für etwa einen Tag das Wasser stark belastet. Zudem ist sie schwieriger unter Kontrolle zu halten, da ihre Wurzeln in jede Ritze des Lebendgesteins hineinwachsen und praktisch nicht mehr entfernt werden können. Die Tellercaulerpa Caulerpa racemosa var. turbinata und die Caulerpa peltata können zur echten Plage werden und bilden dichte Geflechte, in denen sich Seepferdchen mindestens vorübergehend verfangen können. Die Caulerpa racemosa var. laetevirens f. cylindracea dient den Seepferdchen in erster Linie als Versteck. Durch ihre Grösse ist auch ihr Wachstum beachtlich. Auch sie stribt in gewissen Abständen teilweise ab. Caulerpa brachypus und Caulerpa racemosa eignen sich gut als zusätzliche Algen für kleinere Seepferdchen zum Festhalten. Die Caulerpa serrulata schätze ich als Alge für die Nachzucht von Seepferdchen, da sie von der Grösse her optimal ist, schnell wächst, robust ist und trotz ihres dichten Wuchs auch den grossen Seepferdchen nicht zum Verhängnis wird. Meeressalatarten wie z.B. Ulva fasciata sind schwierig im Aquarium zu halten. Die Drahtalge Chaetomorpha linum sollte mit Vorbehalt verwendet werden. Grosse Seepferdchen mit ausgeprägten Stacheln können sich in ihr mindestens vorübergehend verfangen. Die Cladophora herpestica dient in erster Linie optischen Zwecken. Die Kugelalge Ventricaria ventricosa ist eine Plage, die in kein Becken gehört. Rote Algen hingegen sind ein wichtiger Reiz, der die Farbenpracht der Seepferdchen anregt. Die Algen müssen etwa 1x pro Monat massiv ausgelichtet werden. Neben den Algen sollten die Seepferdchen auch harte Gegenstände zum Festhalten haben. Hornkorallen, Kabel und Rohre etc. bis etwa Fingerdicke werden gerne als Festhaltegegenstände genutzt. Wo kein Algendickicht besteht, da sollten den Seepferdchen auch Unterstände oder Höhlen zur Verfügung stehen, in welche sie sich aufrecht zurückziehen können. Vergesellschaftung Verschiedene Seepferdchenarten lassen sich vom Verhalten her gut miteinander vergesellschaften. Wenn man darauf achtet, dass die physikalischen Anforderungen gleich sind, z.B. grössere Tropische Arten, dann muss man nur noch beim Füttern darauf achten, dass alle genügend zum Fressen bekommen, da nicht alle Arten gleich aktiv schwimmen. Wenn man weitere Seepferdchen hinzusetzen möchte, dann empfehle ich sie während einem Monat zuhause in Quarantäne zu halten. Ich habe gute Erfahrungen gemacht, mit einem an das Zielbecken gekoppelten Quarantänebecken. Der wichtigste Quarantänefaktor ist das Vermeiden des direkten Körperkontakts mit dem alten Bestand, bis man sich sicher ist, dass die neuen gesund sind und sich an das Wasser gewöhnt haben. Da Seepferdchen langsame Fresser sind, sollte auf alle hektisch schwimmenden oder schnell fressenden Fische verzichtet werden. Kauderni beispielsweise fressen das Futter nur bis es auf dem Boden liegt. Mandarinfische sind relativ langsame Fresser und halten das Becken frei von Strudelwürmern (Planarien). Sobald man jedoch auch an die Zucht denkt, ist das reine Artenbecken die beste Lösung. Schnecken und Borstenwürmer helfen bei der Beseitigung der Futterreste im Becken. Garnelen fressen die Borstenwürmer. Feinde Neben der Fresskonkurrenz haben Seepferdchen auch direkte Feinde. Grosse Raubfische fressen auch Seepferdchen. (Kauderni fressen etwa ab dem 4. Monat neugeborene Seepferdchen.) In einem Seepferdchenbecken muss gänzlich auf Anemonen verzichtet werden. Das gilt auch für kleine Feueranemonen (Mayos) oder Glassrosen. In grösseren Seepferdchenbecken habe ich mit der Zugabe eines Chelmon rostratus zur Bekämpfung der Glasrosen sehr gute Erfahrungen gemacht. Krabben gehören nicht ins Seepferdchenbecken! Bei Einsiedlerkrebsen und Garnelen mit grossen Scheren muss man individuell den Test machen. Seeigel mit langen dünnen Stacheln bergen gleichfalls ein hohes Risiko und grosse Seesterne können auch zur tödlichen Gefahr werden. Die kleinen Gänsefussseesterne wandern ab und zu über die Seepferdchen. Ich konnte zwar nur selten negative Auswirkung davon beobachten. Trotzdem beschränke ich die Zahl der Asterina-Seesterne bei den stationäreren Seepferdchenarten vorsorglich auf ein Minimum und entferne grosse Exemplare von den Seepferdchen, wenn ich sie auf ihnen sehe. Borstenwürmer in normaler Anzahl sind in der Regel keine Gefahr für Seepferdchen. Ebenso Schnecken und kleine Schlangenseesterne. Futter Seepferdchen sind Futterspezialisten. Am liebsten fressen sie Lebendfutter. Als Jungtiere fressen sie Copepoden, Artemia etc. Im Erwachsenenstadium fressen sie unter anderem Artemia, Mysis, Krill, Garnelen und Mückenlarven. Trotz der reichen Palette, die Seepferdchen fressen würden, empfehle ich ausschliesslich Futter aus dem Meer zu verfüttern. Kaufen Sie nur Futter guter Qualität in grösseren Mengen, die Sie dann selbst zwischenlagern. Ich füttere zu 95% Mysis, sowie zeitweise zusätzlich wenig feinen Krill. Alles was so lange wie das Maul ist, wird gefressen. Grosse Stücke werden regelrecht zerfetzt. Den eigenen Nachwuchs fressen sie nicht. Die Umgewöhnung auf Frostfutter ist für die erfolgreiche Aquarienhaltung entscheidend, da Seepferdchen schlechte Verwerter sind. Junge Seepferdchen fressen deshalb bis zu 2'000 kleine Krebschen pro Tag! (eigene Hochrechnung; andere Quellen berichten von bis zu 3'500) Das Algendickicht dient als Refugium für Kleinstlebewesen und fördert den Jagdinstinkt der Seepferdchen. Diese kommen so zwischendurch zu kleinen Snacks. Um die Belastung mit Nährstoffen und Keimen im Wasser möglichst tief zu halten, sollte das Frostfutter unter laufendem Wasser aufgetaut und anschliessend sogleich verfüttert werden. Mann kann die Seepferdchen entweder mit einer Futterreuse immer am gleichen Platz füttern oder die Mysis gleichmässig in der Strömung treiben lassen. Die erste Variante hat die Vorteile, dass man einfacher überprüfen kann, ob alle Seepferdchen fressen. Ausserdem kann man überzähliges Futter wieder entfernen. Die zweite Methode fördert den Jagdinstinkt und entspricht eher den natürlichen Bedingungen. Seepferdchen sollten 2x am Tag gefüttert werden. Die Menge muss so bemessen sein, dass nach einer halben Stunde alles aufgefressen wurde! Ausnahmsweise z.B. während den Ferien reicht auch nur eine Fütterung pro Tag. Die Menge sollte aber so bemessen sein, dass die Seepferdchen nicht Kugelrund werden. Vor dem Fressen sollten die beiden Brustseiten ungefähr gerade sein und weder markant nach innen, noch nach aussen gewölbt sein. Krankheiten Bei Seepferdchen treten 3 Krankheiten am häufigsten auf. Gasblasenkrankheit Die Gasblasenkrankheit kann durch eine schlechte Wasserqualität hervorgerufen werden. Es entstehen Gasblasen unter der Haut und das Seepferdchen erhält dadurch Auftrieb. Oftmals beginnt diese Krankheit mit Gasblasen im Schwanzbereich, so dass die normale Schwimmlage des Seepferdchens beeinträchtigt wird. Dies kann so weit gehen, dass das Seepferdchen hilflos an der Wasseroberfläche treibt, da es nicht mehr gegen den Auftrieb ankommt. Ohne Behandlung führen dann der Stress und Futtermangel zum Tod. Bei den Männchen kann es sein, dass diese Gasblasen im Brustbeutel entstehen. Die Theorie, dass Luft in die Brusttasche eindringt und nicht wieder heraus kann, betrachte ich als unwahrscheinlich. Viel wahrscheinlicher ist die Möglichkeit, dass nicht alle Seepferdchenbabies herausgepresst wurden oder anderer Dreck zur Gasbildung in der Bauchtasche führt. In diesem Fall kann die Entlüftung der Tasche durch die vom Seepferdchen zusammengepresste natürliche Öffnung das Problem beheben. Zu beachten ist, dass sich das Seepferdchen dagegen wehrt und es nicht durch etwas Spitzes verletzt werden darf. Zu grosse Gasblasen die unter der Haut sitzen müssen mit einer möglichst feinen Nadel aufgestochen werden. Die Blasen sind erst dann zu gross, wenn das Seepferdchen schwimmunfähig ist, da das Aufstechen eine Infektionsgefahr birgt. Generell sollte man beim Auftreten der Gasblasenkrankheit jedoch die Strömung überprüfen. Diese sollte vor allem in Würfeln von unten nach oben gerichtet sein, so dass auch Nachts in den tieferen Regionen genügend Sauerstoff vorhanden ist und keine strömungstoten Stellen entstehen. Die Krankheit kann auch mit guten Erfolgschancen Medikamentös behandelt werden. Diamox (von Goldshield Pharmaceuticals) über den Tierarzt bezogen ist wie folgt anzuwenden: Behandlung bei Zimmertemperatur in einem 25kg Salzeimer und einer leichten Belüftung so dass eine leichte Strömung entsteht. 20 Liter Wasser aus dem Aquarium mit einer ganzen aufgelösten 250mg Tablette versehen. Danach alle 2 Tage 50% Wasserwechsel (10 Liter) mit 1/2 Tablette. Behandlungsdauer 10 Tage. Weisse Flecken Weisse Flecken werden sichtbar, wenn es zu Verpilzungen und Infektionen kommt. Dies beginnt gerne an der Schwanzspitze oder am Kopf und geht so weit, dass wunde Stellen entstehen und das Seepferdchen sich nicht mehr mit dem Schwanz festhalten kann. Einmal so weit, steigt der Energiebedarf für das permanente Schwimmen zu stark an und das Seepferdchen wird eingehen. Auslöser sind oftmals Vernesselungen von Glasrosen oder Anemonen. (siehe Feinde) Zur Behandlung muss besonderer Wert auf die Wasserqualität gelegt werden. Eine verbesserte Umwälzung im Becken, d.h. eine Erhöhung der Strömung kann sich auch positiv auswirken. Medikamentöse Behandlungen mit Antibiotika können ebenfalls erfolgreich sein. Am effektivsten ist eine orale Behandlung. Dafür lässt man lebendige ausgewachsene Artemien für 2 Stunden in einer frisch angesetzten konzentrierten Antibiotika-Lösung schwimmen, bevor man sie verfüttert. Alternativ kann man das Antibiotika auch direkt in tote Mysis hineinspritzen und so verfüttern. Verlust des Saugreflexes Manchmal wollen Seepferdchen fressen, doch irgendwie verlieren sie ihre Saugkraft. Es ist ihnen dann nicht mehr möglich die Mysis durch die Schnauze zu saugen. Sie verhungern langsam. Bis zu Tod kann es 3 Monate dauern, ab dem Zeitpunkt, in dem die Nahrungsaufnahme unmöglich ist. Hier ist mir keine wirklich Erfolgversprechende Behandlung bekannt. Manchmal nützt eine Wurmkur. Nachzucht Die Nachzucht von Fischen in der Meerwasseraquaristik ist aufwändig und birgt verschiedene Schwierigkeiten. Sind diese einmal gelöst, lassen sich Erfolge erzielen und auf diese Weise die natürlichen Ressourcen schonen. Die Nachzucht von Seepferdchen ist für Meerwasserfische zwar relativ einfach, erfordert jedoch trotzdem höchste Disziplin und einen grossen Zeitaufwand. Marine Nachzuchten tragen zum Schutz der Riffe bei und schonen die natürlichen Bestände. Nachzuchten sind gesund und futterfest, sowie bereits an die Verhältnisse in Aquarium angepasst. Dadurch sind sie stabil und langlebig. Arten die relativ einfach nachgezogen werden können, sollte man nicht mehr als Wildfänge erwerben. Nachzuchten kosten zwar nicht weniger, doch langfristig tun Sie sich und der Natur einen grossen Gefallen mit deren Erwerb. Zu Beginn jeder Nachzucht steht das laichbereite Fischpaar. Männchen und Weibchen müssen dazu zusammen finden und sich wohl fühlen. Eine üppige und vitaminreiche Fütterung ist der Ablaichbereitschaft meist zuträglich. Wenn die jungen Seepferdchen aus der Obhut des Vaters entlassen werden, müssen sie vor Fressfeinden geschützt werden. Die Eltern gehören bei den Seepferdchen nicht zu diesen Feinden. Es empfiehlt sich trotzdem die jungen Seepferdchen einzufangen und zu separieren, damit sie vor der Technik des Elternbeckens geschützt werden. Einmal separiert hat man folgende Hauptprobleme: • Die Wasserqualität muss gewährleistet werden. • Das Futter muss artgerecht und in ausreichender Menge vorhanden sein. • Die Belüftung und Strömung muss angepasst sein. Wasserqualität Die enorme Verfügbarkeit des Futters steht im Widerspruch zur guten Wasserqualität. Es muss sichergestellt werden, dass die Wasserqualität konstant gut bleibt. Mann muss somit einerseits regelmässig den Boden absaugen und andererseits konstant einen gewissen Austausch des Wassers sicherstellen, ohne dass das Futter übermässig ausgespült wird. Optimaler Weise sollte das kleine System der jungen Seepferdchen irgendwie an den Wasserkreislauf des grossen Meerwasseraquariums gekoppelt sein. Dies ist die beste Garantie dafür, dass die Wasserqualität gut genug bleibt. Natürlich kann man das kleine System auch direkt in das Becken der Eltern hinein geben. Aber auch bei einem Einhängebecken ist auf einen gezielten Wasseraustausch zu achten. Wer diese Möglichkeit nicht hat, der muss mindestens täglich 10% oder wöchentlich 50% Wasserwechsel mit gut gereiftem Wasser machen. Je nach Belastung im Aufzuchtbecken sollte alle 4-7 Tage dieses völlig geleert und mit einer Bürste gereinigt werden um Bakterielle Ablagerungen zu entfernen. Die kleinen Seepferdchen verfangen sich sonst mit ihren Stacheln in diesen schleimigen oft fadenartigen Ablagerungen und gehen dann an übermässigem Energieverbrauch zu Grunde. Die zum Festhalten dienenden Pflanzen müssen auch ersetzt werden. Als Alternative dienen hier künstliche Festhaltegegenstände aus Kunststoff, die gut gereinigt werden können. Strömung Natürlich spielt auch der Sauerstoffgehalt im Wasser eine Rolle. Deshalb ist eine leichte Belüftung mittels einer Luftpumpe notwendig. Zu guter Letzt spielt die Wasserbewegung (Strömung) oftmals die entscheidende Rolle. Z.B. bei Seepferdchen muss während der pelagischen Phase (die Zeit, in der sie frei herumschwimmen und sich noch nicht mit dem Schwanz irgendwo festhalten) sichergestellt werden, dass die Strömung die neugeborenen Seepferdchen in der Schwebe hält und somit fern vom Boden oder der Wasseroberfläche. Dies erreicht man am besten mittels einer Kreisförmigen Strömung mit horizontaler Achse. Die Strömung erzeugt man entweder durch einen Wasserstrahl oder durch einen Luftheber ohne Ausströmerstein. Ein runder Behälter erleichtert die Strömung. Die Stärke der Strömung hängt von verschiedenen Faktoren ab. Sie darf die Seepferdchen nicht ermüden und auch nicht beim Fressen störend sein. Während der pelagischen Phase benötigen die Seepferdchen mehr Strömung als danach. Auf der anderen Seite kann eine stärkere Strömung bei der Umgewöhnung auf Frostfutter hilfreich sein. Futter Das richtige Futter in ausreichender Menge zur Verfügung zu stellen ist die Grösste Herausforderung in der Aufzucht von Seepferdchen. Neugeborene Seepferdchen fressen ausschliesslich lebendiges Futter und in den ersten Tagen ist fast jedes Futter für sie zu gross. Hinzu kommt, dass junge Seepferdchen bis zu 2'000 kleine Krebschen pro Tag fressen! Wer in Küstennähe wohnt, der kann sich das Futter frisch aus dem Meer besorgen. Den anderen bleib nichts anderes übrig, als entweder das Futter zu importieren, was leider unbezahlbar ist oder es selbst zu züchten. Da auch die Nachzucht von Copepoden etc. im benötigten Umfang nicht leicht ist, kommen oft Artemianauplien als Notfutter zum Einsatz. Je nach der Grösse der Neugeborenen sind diese von Anfang an in der Lage Artemianauplien zu fressen oder erst nach bis zu 2 Wochen, wenn sie entsprechend gewachsen sind. Die entscheidende Grösse der Neugeborenen liegt bei etwa 9 mm. Grünwassermethode Die Grünwassermethode ist für kleine Neugeborene bis ca. 8mm in den ersten Tagen empfehlenswert. Gute Erfolgschancen bietet hier eine Mischung aus Phyto- und kleinstem Zooplankton. Als Basiskultur für das Zooplankton dienen Brachionus und Copepoden. Die jungen Seepferdchen müssen von einer hohen Dichte dieses Futters umgeben sein. Die Brachionus verteilen sich im ganzen Eimer. Am besten sieht man sie an der Oberfläche als winzige (weisse) Punkte, die sich minimal bewegen. Für sie ist z.B. Selco ein gutes Futter oder auch Hefe etc. Zum Absieben braucht man ein feineres Sieb als zum Absieben von Artemien. Am besten bestellt man sich die Gaze im Internet und bastle sich das Sieb selbst. Copepoden lassen sich in Eimern (im Sommer im Freien, z.B. auf dem Balkon) vermehren. Dazu füllt man 25kg Salz-Eimer zu 2/3 mit Wasser aus dem Aquarium und impft diese mit verschiedenen Copepoden an. Die Copepoden kann man entweder im eigenen Becken von den Rändern absaugen oder sich eine Startkultur zulegen. Im Freien belüfte ich die Eimer nicht. Zeitweise scheint bei mir die Sonne auf die Kübel und das Wasser wir bis zu 30 Grad warm. Bei Aussentemperaturen von über 30 Grad sollte man die Kübel vor direkter Sonneneinstrahlung schützen. Damit das Zooplankton auch einen guten Nährwert hat, muss es Phytoplankton fressen oder z.B. Ersatzfutter wie z.B. Selco plus und zwar bis kurz bevor es selbst von den Larven gefressen wird. Füttern darf man das Zooplankton nicht viel. Zerriebene Flocken, Granulat, Frostfutter oder Salat in ganz kleinen Mengen eignen sich dazu. Copepoden werden grösser als frisch geschlüpfte Artemianauplien. Sie sind vermehrt am Eimerrand, doch verteilen sich bei ausreichender Dichte im ganzen Eimer. Man kann sie gut mit dem Artemiasieb entnehmen. Insekten etc. fische ich Täglich aus den Eimern ab, damit das Wasser möglichst gut bleibt. Falls eine dicke Haut an der Oberfläche entsteht, muss diese weg, denn diese mindert den Sauerstoffaustausch und ist eklig beim Absieben der Futtertiere. Ziel wäre, dass das Wasser 1x pro Tag klar wird statt milchig zu sein. Grün ist OK. Versuche mit Korallenbruch am Boden des Eimers wirkten sich bei mir negativ aus. Das Zooplankton muss vor der Geburt in ausreichender Menge vorhanden sein. Ansonsten wird es nie reichhaltig genug sein. Artemianauplien Grössere Neugeborene ab ca. 9mm können von Beginn an Artemianauplien fressen. Entscheidend ist in den ersten Tagen, dass die Nauplien möglichst frisch geschlüpft sind, denn sonst können die Seepferdchen diese nicht verdauen. Hinzu kommt, dass Artemianauplien sobald sie ihren Dottersack verbraucht haben, nach etwa 48 Stunden, praktisch keinen Nährwert mehr haben. Gefüttert wird 3x pro Tag bei guter Beleuchtung. Somit müssen auch 3x pro Tag frische Artemien angesetzt werden. Füttern Sie zu Beginn nicht zu viel, so dass die Nauplien nach dem Fressen für eine Weile im Magen bleiben und nicht sogleich vom neuen Futter herausgedrückt werden. Zeitspannen von mindestens 3 Stunden zwischen den Fütterungen sind in den ersten Wochen optimal. Nach etwa 4 Wochen muss die Menge der Artemianauplien pro Fütterung verdoppelt werden. Junge Seepferdchen können sehr wohl zwischen Artemianauplien und den unverdaulichen Schalen unterscheiden. Wenn genügend Futter vorhanden ist, werden die Schalen äusserst selten geschluckt. Es ist möglich Seepferdchen nur mit Artemianauplien aufzuziehen, doch man sollte versuchen auch Copepoden zu reichen und nur den nicht abdeckbaren Bedarf mit Artemien zu bestreiten. In dieser Phase ist es möglich die kleinen Seepferdchen in relativ grossen Becken zu halten, da sie aktiv dem Futter nachjagen. Angereicherte Artemien Nach etwa 6 Wochen werden die Artemianauplien zu klein um den Futterbedarf der gewachsenen Seepferdchen zu decken. Mit gut 2cm Länge sind die Seepferdchen aber noch zu klein um auf Frostmysis umgewöhnt zu werden. Nun müssen lebendige Artemien in passender Grösse gefüttert werden. Da die Artemien nährwertmässig zwei Tage nach dem Schlupf nur noch so gut sind, wie das was sie gefressen haben, ist nun die Anreicherung ein wichtiges Thema. Artemien kann man z.B. mit Algen, Hefe oder Eigelb füttern. Ausgewachsene Artemien sind nach 8 Stunden voll angereichert. Kleinere brauchen länger – je nach Grösse bis zu 24 Stunden. Zusätzlich zu den lebendigen Artemien kann man versuchen Frost-Cyclops zu füttern. Die meisten Seepferdchenarten haben nun die pelagische Phase überstanden und halten sich vermehrt irgendwo fest beim Fressen. Damit die Futterdichte gross genug ist, muss das Becken nun wieder klein sein. Mysis Etwa nach 3 Monaten mit einer Grösse von 3-5 cm kann mit der Umgewöhnung der Seepferdchen auf Frostmysis begonnen werden. Dazu gebe ich vereinzelte ausgesuchte kleine Mysis ins Aufzuchtbecken. Eine stärkere Belüftung sorgt zugleich für eine leichte Bewegung der toten Mysis und erhöht somit den Fressreiz. Sobald die ersten Seepferdchen beginnen Mysis zu fressen reduziere ich dann die Artemien. Wenn alle Frostmysis fressen stelle ich die Fütterung von Artemia, Cyclops etc. ganz ein. Nun sind die grössten Hürden überstanden und die Zucht ist gelungen. Die Nachzuchten können fortan wie die ausgewachsenen Seepferdchen behandelt werden. Oft werde ich gefragt, wie viele Seepferdchen ich pro Wurf durchbringe. Die Frage kommt meistens dann auf, wenn man seine eigenen Erfolge oder Misserfolge bewerten möchte. Generell kann man sagen, dass falls die Seepferdchen in den ersten 3 Tagen sterben, das Wasser oder die Sauerstoffversorgung mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht gut genug ist. Wenn die Seepferdchen zwischen Tag 4 und 7 sterben, dann ist die Chance gross, dass sie verhungern. Danach kommt es auf eine konstante Pflege darauf an und vor allem auf ausreichend gutes Futter. Was nun meine Quoten betrifft, kommt es darauf an, wie viel Zeit ich habe und was man unter durchbringen versteht. Einige Beispiele: • Comes/Barbouri die ersten 6-8 Wochen bei vernünftigem Zeitaufwand ca. 80% • Comes/Barbouri 6 Monate auf Frostfutter umgestellt bei konstanter Pflege ca. 40% • Reidi die ersten 4 Wochen bei vernünftigem Zeitaufwand ca. 50% • Reidi 6 Monate auf Frostfutter umgestellt bei konstanter Pflege ca. 40% Bei unregelmässiger Pflege (Wochenweiser Abwesenheit) bin ich mit 1 Pferdchen pro Wurf zufrieden. Um mehr als 40% regelmässig durchzubringen, muss man den Aufwand markant steigern durch anreichern des Futters etc. Mit der Zeit werden sich neue Probleme ergeben. So genannte Miniquallen werden sich vermehren. Sie sind einerseits Futterkonkurrenten für die jungen Seepferdchen und andererseits können sie die Seepferdchen mit ihrem Nesselgift schwächen. Man sollte die Anzahl der Miniquallen deshalb durch manuelle Entfernung so tief wie möglich halten. In nicht gekoppelten Aufzuchtbecken kann mit Fenbendazole behandelt werden. Tipps Weniger ist oft mehr. Wenn Sie nur wenige neugeborene Seepferdchen abschöpfen, steigt dafür die Überlebenschance jedes einzelnen. Wenn neugeborene Seepferdchen immer an der Oberfläche kleben, kann man das Becken vorübergehend von oben abdunkeln und seitlich beleuchten. Das Lebendfutter sammelt sich beim Licht und lockt die Seepferdchen von der Wasseroberfläche weg. Die Aufzucht der einzelnen Würfe wird sich überschneiden, so dass mehrere Becken für die verschiedenen Entwicklungsstadien von Nöten sein werden. Lesen Sie mehr über die Nachzucht bestimmter Seepferdchenarten Fotos Weitere Seepferdchenfotos finden Sie in unseren Fischgalerien. Schlusswort Ich wünsche allen viel Erfolg bei der Pflege und Nachzucht von Seepferdchen. Es ist ein Hobby, das zur Leidenschaft wird. Wir ermöglichen dadurch vielen Menschen den Zugang zu diesen fabelhaften Tieren. Nur wenige Menschen werden das Glück haben, Seepferdchen in der freien Natur bewundern zu können. Mit unserem Hobby stärken wir das Interesse für die Seepferdchen und leisten somit einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz. Seitenanfang
Futter Seepferdchen sind Futterspezialisten. Am liebsten fressen sie Lebendfutter. Als Jungtiere fressen sie Copepoden, Artemia etc. Im Erwachsenenstadium fressen sie unter anderem Artemia, Mysis, Krill, Garnelen und Mückenlarven. Trotz der reichen Palette, die Seepferdchen fressen würden, empfehle ich ausschliesslich Futter aus dem Meer zu verfüttern. Kaufen Sie nur Futter guter Qualität in grösseren Mengen, die Sie dann selbst zwischenlagern. Ich füttere zu 95% Mysis, sowie zeitweise zusätzlich wenig feinen Krill. Alles was so lange wie das Maul ist, wird gefressen. Grosse Stücke werden regelrecht zerfetzt. Den eigenen Nachwuchs fressen sie nicht. Die Umgewöhnung auf Frostfutter ist für die erfolgreiche Aquarienhaltung entscheidend, da Seepferdchen schlechte Verwerter sind. Junge Seepferdchen fressen deshalb bis zu 2'000 kleine Krebschen pro Tag! (eigene Hochrechnung; andere Quellen berichten von bis zu 3'500) Das Algendickicht dient als Refugium für Kleinstlebewesen und fördert den Jagdinstinkt der Seepferdchen. Diese kommen so zwischendurch zu kleinen Snacks. Um die Belastung mit Nährstoffen und Keimen im Wasser möglichst tief zu halten, sollte das Frostfutter unter laufendem Wasser aufgetaut und anschliessend sogleich verfüttert werden. Mann kann die Seepferdchen entweder mit einer Futterreuse immer am gleichen Platz füttern oder die Mysis gleichmässig in der Strömung treiben lassen. Die erste Variante hat die Vorteile, dass man einfacher überprüfen kann, ob alle Seepferdchen fressen. Ausserdem kann man überzähliges Futter wieder entfernen. Die zweite Methode fördert den Jagdinstinkt und entspricht eher den natürlichen Bedingungen. Seepferdchen sollten 2x am Tag gefüttert werden. Die Menge muss so bemessen sein, dass nach einer halben Stunde alles aufgefressen wurde! Ausnahmsweise z.B. während den Ferien reicht auch nur eine Fütterung pro Tag. Die Menge sollte aber so bemessen sein, dass die Seepferdchen nicht Kugelrund werden. Vor dem Fressen sollten die beiden Brustseiten ungefähr gerade sein und weder markant nach innen, noch nach aussen gewölbt sein. Krankheiten Bei Seepferdchen treten 3 Krankheiten am häufigsten auf. Gasblasenkrankheit Die Gasblasenkrankheit kann durch eine schlechte Wasserqualität hervorgerufen werden. Es entstehen Gasblasen unter der Haut und das Seepferdchen erhält dadurch Auftrieb. Oftmals beginnt diese Krankheit mit Gasblasen im Schwanzbereich, so dass die normale Schwimmlage des Seepferdchens beeinträchtigt wird. Dies kann so weit gehen, dass das Seepferdchen hilflos an der Wasseroberfläche treibt, da es nicht mehr gegen den Auftrieb ankommt. Ohne Behandlung führen dann der Stress und Futtermangel zum Tod. Bei den Männchen kann es sein, dass diese Gasblasen im Brustbeutel entstehen. Die Theorie, dass Luft in die Brusttasche eindringt und nicht wieder heraus kann, betrachte ich als unwahrscheinlich. Viel wahrscheinlicher ist die Möglichkeit, dass nicht alle Seepferdchenbabies herausgepresst wurden oder anderer Dreck zur Gasbildung in der Bauchtasche führt. In diesem Fall kann die Entlüftung der Tasche durch die vom Seepferdchen zusammengepresste natürliche Öffnung das Problem beheben. Zu beachten ist, dass sich das Seepferdchen dagegen wehrt und es nicht durch etwas Spitzes verletzt werden darf. Zu grosse Gasblasen die unter der Haut sitzen müssen mit einer möglichst feinen Nadel aufgestochen werden. Die Blasen sind erst dann zu gross, wenn das Seepferdchen schwimmunfähig ist, da das Aufstechen eine Infektionsgefahr birgt. Generell sollte man beim Auftreten der Gasblasenkrankheit jedoch die Strömung überprüfen. Diese sollte vor allem in Würfeln von unten nach oben gerichtet sein, so dass auch Nachts in den tieferen Regionen genügend Sauerstoff vorhanden ist und keine strömungstoten Stellen entstehen. Die Krankheit kann auch mit guten Erfolgschancen Medikamentös behandelt werden. Diamox (von Goldshield Pharmaceuticals) über den Tierarzt bezogen ist wie folgt anzuwenden: Behandlung bei Zimmertemperatur in einem 25kg Salzeimer und einer leichten Belüftung so dass eine leichte Strömung entsteht. 20 Liter Wasser aus dem Aquarium mit einer ganzen aufgelösten 250mg Tablette versehen. Danach alle 2 Tage 50% Wasserwechsel (10 Liter) mit 1/2 Tablette. Behandlungsdauer 10 Tage. Weisse Flecken Weisse Flecken werden sichtbar, wenn es zu Verpilzungen und Infektionen kommt. Dies beginnt gerne an der Schwanzspitze oder am Kopf und geht so weit, dass wunde Stellen entstehen und das Seepferdchen sich nicht mehr mit dem Schwanz festhalten kann. Einmal so weit, steigt der Energiebedarf für das permanente Schwimmen zu stark an und das Seepferdchen wird eingehen. Auslöser sind oftmals Vernesselungen von Glasrosen oder Anemonen. (siehe Feinde) Zur Behandlung muss besonderer Wert auf die Wasserqualität gelegt werden. Eine verbesserte Umwälzung im Becken, d.h. eine Erhöhung der Strömung kann sich auch positiv auswirken. Medikamentöse Behandlungen mit Antibiotika können ebenfalls erfolgreich sein. Am effektivsten ist eine orale Behandlung. Dafür lässt man lebendige ausgewachsene Artemien für 2 Stunden in einer frisch angesetzten konzentrierten Antibiotika-Lösung schwimmen, bevor man sie verfüttert. Alternativ kann man das Antibiotika auch direkt in tote Mysis hineinspritzen und so verfüttern. Verlust des Saugreflexes Manchmal wollen Seepferdchen fressen, doch irgendwie verlieren sie ihre Saugkraft. Es ist ihnen dann nicht mehr möglich die Mysis durch die Schnauze zu saugen. Sie verhungern langsam. Bis zu Tod kann es 3 Monate dauern, ab dem Zeitpunkt, in dem die Nahrungsaufnahme unmöglich ist. Hier ist mir keine wirklich Erfolgversprechende Behandlung bekannt. Manchmal nützt eine Wurmkur. Nachzucht Die Nachzucht von Fischen in der Meerwasseraquaristik ist aufwändig und birgt verschiedene Schwierigkeiten. Sind diese einmal gelöst, lassen sich Erfolge erzielen und auf diese Weise die natürlichen Ressourcen schonen. Die Nachzucht von Seepferdchen ist für Meerwasserfische zwar relativ einfach, erfordert jedoch trotzdem höchste Disziplin und einen grossen Zeitaufwand. Marine Nachzuchten tragen zum Schutz der Riffe bei und schonen die natürlichen Bestände. Nachzuchten sind gesund und futterfest, sowie bereits an die Verhältnisse in Aquarium angepasst. Dadurch sind sie stabil und langlebig. Arten die relativ einfach nachgezogen werden können, sollte man nicht mehr als Wildfänge erwerben. Nachzuchten kosten zwar nicht weniger, doch langfristig tun Sie sich und der Natur einen grossen Gefallen mit deren Erwerb. Zu Beginn jeder Nachzucht steht das laichbereite Fischpaar. Männchen und Weibchen müssen dazu zusammen finden und sich wohl fühlen. Eine üppige und vitaminreiche Fütterung ist der Ablaichbereitschaft meist zuträglich. Wenn die jungen Seepferdchen aus der Obhut des Vaters entlassen werden, müssen sie vor Fressfeinden geschützt werden. Die Eltern gehören bei den Seepferdchen nicht zu diesen Feinden. Es empfiehlt sich trotzdem die jungen Seepferdchen einzufangen und zu separieren, damit sie vor der Technik des Elternbeckens geschützt werden. Einmal separiert hat man folgende Hauptprobleme: • Die Wasserqualität muss gewährleistet werden. • Das Futter muss artgerecht und in ausreichender Menge vorhanden sein. • Die Belüftung und Strömung muss angepasst sein. Wasserqualität Die enorme Verfügbarkeit des Futters steht im Widerspruch zur guten Wasserqualität. Es muss sichergestellt werden, dass die Wasserqualität konstant gut bleibt. Mann muss somit einerseits regelmässig den Boden absaugen und andererseits konstant einen gewissen Austausch des Wassers sicherstellen, ohne dass das Futter übermässig ausgespült wird. Optimaler Weise sollte das kleine System der jungen Seepferdchen irgendwie an den Wasserkreislauf des grossen Meerwasseraquariums gekoppelt sein. Dies ist die beste Garantie dafür, dass die Wasserqualität gut genug bleibt. Natürlich kann man das kleine System auch direkt in das Becken der Eltern hinein geben. Aber auch bei einem Einhängebecken ist auf einen gezielten Wasseraustausch zu achten. Wer diese Möglichkeit nicht hat, der muss mindestens täglich 10% oder wöchentlich 50% Wasserwechsel mit gut gereiftem Wasser machen. Je nach Belastung im Aufzuchtbecken sollte alle 4-7 Tage dieses völlig geleert und mit einer Bürste gereinigt werden um Bakterielle Ablagerungen zu entfernen. Die kleinen Seepferdchen verfangen sich sonst mit ihren Stacheln in diesen schleimigen oft fadenartigen Ablagerungen und gehen dann an übermässigem Energieverbrauch zu Grunde. Die zum Festhalten dienenden Pflanzen müssen auch ersetzt werden. Als Alternative dienen hier künstliche Festhaltegegenstände aus Kunststoff, die gut gereinigt werden können. Strömung Natürlich spielt auch der Sauerstoffgehalt im Wasser eine Rolle. Deshalb ist eine leichte Belüftung mittels einer Luftpumpe notwendig. Zu guter Letzt spielt die Wasserbewegung (Strömung) oftmals die entscheidende Rolle. Z.B. bei Seepferdchen muss während der pelagischen Phase (die Zeit, in der sie frei herumschwimmen und sich noch nicht mit dem Schwanz irgendwo festhalten) sichergestellt werden, dass die Strömung die neugeborenen Seepferdchen in der Schwebe hält und somit fern vom Boden oder der Wasseroberfläche. Dies erreicht man am besten mittels einer Kreisförmigen Strömung mit horizontaler Achse. Die Strömung erzeugt man entweder durch einen Wasserstrahl oder durch einen Luftheber ohne Ausströmerstein. Ein runder Behälter erleichtert die Strömung. Die Stärke der Strömung hängt von verschiedenen Faktoren ab. Sie darf die Seepferdchen nicht ermüden und auch nicht beim Fressen störend sein. Während der pelagischen Phase benötigen die Seepferdchen mehr Strömung als danach. Auf der anderen Seite kann eine stärkere Strömung bei der Umgewöhnung auf Frostfutter hilfreich sein. Futter Das richtige Futter in ausreichender Menge zur Verfügung zu stellen ist die Grösste Herausforderung in der Aufzucht von Seepferdchen. Neugeborene Seepferdchen fressen ausschliesslich lebendiges Futter und in den ersten Tagen ist fast jedes Futter für sie zu gross. Hinzu kommt, dass junge Seepferdchen bis zu 2'000 kleine Krebschen pro Tag fressen! Wer in Küstennähe wohnt, der kann sich das Futter frisch aus dem Meer besorgen. Den anderen bleib nichts anderes übrig, als entweder das Futter zu importieren, was leider unbezahlbar ist oder es selbst zu züchten. Da auch die Nachzucht von Copepoden etc. im benötigten Umfang nicht leicht ist, kommen oft Artemianauplien als Notfutter zum Einsatz. Je nach der Grösse der Neugeborenen sind diese von Anfang an in der Lage Artemianauplien zu fressen oder erst nach bis zu 2 Wochen, wenn sie entsprechend gewachsen sind. Die entscheidende Grösse der Neugeborenen liegt bei etwa 9 mm. Grünwassermethode Die Grünwassermethode ist für kleine Neugeborene bis ca. 8mm in den ersten Tagen empfehlenswert. Gute Erfolgschancen bietet hier eine Mischung aus Phyto- und kleinstem Zooplankton. Als Basiskultur für das Zooplankton dienen Brachionus und Copepoden. Die jungen Seepferdchen müssen von einer hohen Dichte dieses Futters umgeben sein. Die Brachionus verteilen sich im ganzen Eimer. Am besten sieht man sie an der Oberfläche als winzige (weisse) Punkte, die sich minimal bewegen. Für sie ist z.B. Selco ein gutes Futter oder auch Hefe etc. Zum Absieben braucht man ein feineres Sieb als zum Absieben von Artemien. Am besten bestellt man sich die Gaze im Internet und bastle sich das Sieb selbst. Copepoden lassen sich in Eimern (im Sommer im Freien, z.B. auf dem Balkon) vermehren. Dazu füllt man 25kg Salz-Eimer zu 2/3 mit Wasser aus dem Aquarium und impft diese mit verschiedenen Copepoden an. Die Copepoden kann man entweder im eigenen Becken von den Rändern absaugen oder sich eine Startkultur zulegen. Im Freien belüfte ich die Eimer nicht. Zeitweise scheint bei mir die Sonne auf die Kübel und das Wasser wir bis zu 30 Grad warm. Bei Aussentemperaturen von über 30 Grad sollte man die Kübel vor direkter Sonneneinstrahlung schützen. Damit das Zooplankton auch einen guten Nährwert hat, muss es Phytoplankton fressen oder z.B. Ersatzfutter wie z.B. Selco plus und zwar bis kurz bevor es selbst von den Larven gefressen wird. Füttern darf man das Zooplankton nicht viel. Zerriebene Flocken, Granulat, Frostfutter oder Salat in ganz kleinen Mengen eignen sich dazu. Copepoden werden grösser als frisch geschlüpfte Artemianauplien. Sie sind vermehrt am Eimerrand, doch verteilen sich bei ausreichender Dichte im ganzen Eimer. Man kann sie gut mit dem Artemiasieb entnehmen. Insekten etc. fische ich Täglich aus den Eimern ab, damit das Wasser möglichst gut bleibt. Falls eine dicke Haut an der Oberfläche entsteht, muss diese weg, denn diese mindert den Sauerstoffaustausch und ist eklig beim Absieben der Futtertiere. Ziel wäre, dass das Wasser 1x pro Tag klar wird statt milchig zu sein. Grün ist OK. Versuche mit Korallenbruch am Boden des Eimers wirkten sich bei mir negativ aus. Das Zooplankton muss vor der Geburt in ausreichender Menge vorhanden sein. Ansonsten wird es nie reichhaltig genug sein. Artemianauplien Grössere Neugeborene ab ca. 9mm können von Beginn an Artemianauplien fressen. Entscheidend ist in den ersten Tagen, dass die Nauplien möglichst frisch geschlüpft sind, denn sonst können die Seepferdchen diese nicht verdauen. Hinzu kommt, dass Artemianauplien sobald sie ihren Dottersack verbraucht haben, nach etwa 48 Stunden, praktisch keinen Nährwert mehr haben. Gefüttert wird 3x pro Tag bei guter Beleuchtung. Somit müssen auch 3x pro Tag frische Artemien angesetzt werden. Füttern Sie zu Beginn nicht zu viel, so dass die Nauplien nach dem Fressen für eine Weile im Magen bleiben und nicht sogleich vom neuen Futter herausgedrückt werden. Zeitspannen von mindestens 3 Stunden zwischen den Fütterungen sind in den ersten Wochen optimal. Nach etwa 4 Wochen muss die Menge der Artemianauplien pro Fütterung verdoppelt werden. Junge Seepferdchen können sehr wohl zwischen Artemianauplien und den unverdaulichen Schalen unterscheiden. Wenn genügend Futter vorhanden ist, werden die Schalen äusserst selten geschluckt. Es ist möglich Seepferdchen nur mit Artemianauplien aufzuziehen, doch man sollte versuchen auch Copepoden zu reichen und nur den nicht abdeckbaren Bedarf mit Artemien zu bestreiten. In dieser Phase ist es möglich die kleinen Seepferdchen in relativ grossen Becken zu halten, da sie aktiv dem Futter nachjagen. Angereicherte Artemien Nach etwa 6 Wochen werden die Artemianauplien zu klein um den Futterbedarf der gewachsenen Seepferdchen zu decken. Mit gut 2cm Länge sind die Seepferdchen aber noch zu klein um auf Frostmysis umgewöhnt zu werden. Nun müssen lebendige Artemien in passender Grösse gefüttert werden. Da die Artemien nährwertmässig zwei Tage nach dem Schlupf nur noch so gut sind, wie das was sie gefressen haben, ist nun die Anreicherung ein wichtiges Thema. Artemien kann man z.B. mit Algen, Hefe oder Eigelb füttern. Ausgewachsene Artemien sind nach 8 Stunden voll angereichert. Kleinere brauchen länger – je nach Grösse bis zu 24 Stunden. Zusätzlich zu den lebendigen Artemien kann man versuchen Frost-Cyclops zu füttern. Die meisten Seepferdchenarten haben nun die pelagische Phase überstanden und halten sich vermehrt irgendwo fest beim Fressen. Damit die Futterdichte gross genug ist, muss das Becken nun wieder klein sein. Mysis Etwa nach 3 Monaten mit einer Grösse von 3-5 cm kann mit der Umgewöhnung der Seepferdchen auf Frostmysis begonnen werden. Dazu gebe ich vereinzelte ausgesuchte kleine Mysis ins Aufzuchtbecken. Eine stärkere Belüftung sorgt zugleich für eine leichte Bewegung der toten Mysis und erhöht somit den Fressreiz. Sobald die ersten Seepferdchen beginnen Mysis zu fressen reduziere ich dann die Artemien. Wenn alle Frostmysis fressen stelle ich die Fütterung von Artemia, Cyclops etc. ganz ein. Nun sind die grössten Hürden überstanden und die Zucht ist gelungen. Die Nachzuchten können fortan wie die ausgewachsenen Seepferdchen behandelt werden. Oft werde ich gefragt, wie viele Seepferdchen ich pro Wurf durchbringe. Die Frage kommt meistens dann auf, wenn man seine eigenen Erfolge oder Misserfolge bewerten möchte. Generell kann man sagen, dass falls die Seepferdchen in den ersten 3 Tagen sterben, das Wasser oder die Sauerstoffversorgung mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht gut genug ist. Wenn die Seepferdchen zwischen Tag 4 und 7 sterben, dann ist die Chance gross, dass sie verhungern. Danach kommt es auf eine konstante Pflege darauf an und vor allem auf ausreichend gutes Futter. Was nun meine Quoten betrifft, kommt es darauf an, wie viel Zeit ich habe und was man unter durchbringen versteht. Einige Beispiele: • Comes/Barbouri die ersten 6-8 Wochen bei vernünftigem Zeitaufwand ca. 80% • Comes/Barbouri 6 Monate auf Frostfutter umgestellt bei konstanter Pflege ca. 40% • Reidi die ersten 4 Wochen bei vernünftigem Zeitaufwand ca. 50% • Reidi 6 Monate auf Frostfutter umgestellt bei konstanter Pflege ca. 40% Bei unregelmässiger Pflege (Wochenweiser Abwesenheit) bin ich mit 1 Pferdchen pro Wurf zufrieden. Um mehr als 40% regelmässig durchzubringen, muss man den Aufwand markant steigern durch anreichern des Futters etc. Mit der Zeit werden sich neue Probleme ergeben. So genannte Miniquallen werden sich vermehren. Sie sind einerseits Futterkonkurrenten für die jungen Seepferdchen und andererseits können sie die Seepferdchen mit ihrem Nesselgift schwächen. Man sollte die Anzahl der Miniquallen deshalb durch manuelle Entfernung so tief wie möglich halten. In nicht gekoppelten Aufzuchtbecken kann mit Fenbendazole behandelt werden. Tipps Weniger ist oft mehr. Wenn Sie nur wenige neugeborene Seepferdchen abschöpfen, steigt dafür die Überlebenschance jedes einzelnen. Wenn neugeborene Seepferdchen immer an der Oberfläche kleben, kann man das Becken vorübergehend von oben abdunkeln und seitlich beleuchten. Das Lebendfutter sammelt sich beim Licht und lockt die Seepferdchen von der Wasseroberfläche weg. Die Aufzucht der einzelnen Würfe wird sich überschneiden, so dass mehrere Becken für die verschiedenen Entwicklungsstadien von Nöten sein werden. Lesen Sie mehr über die Nachzucht bestimmter Seepferdchenarten Fotos Weitere Seepferdchenfotos finden Sie in unseren Fischgalerien. Schlusswort Ich wünsche allen viel Erfolg bei der Pflege und Nachzucht von Seepferdchen. Es ist ein Hobby, das zur Leidenschaft wird. Wir ermöglichen dadurch vielen Menschen den Zugang zu diesen fabelhaften Tieren. Nur wenige Menschen werden das Glück haben, Seepferdchen in der freien Natur bewundern zu können. Mit unserem Hobby stärken wir das Interesse für die Seepferdchen und leisten somit einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz. Seitenanfang
Krankheiten Bei Seepferdchen treten 3 Krankheiten am häufigsten auf. Gasblasenkrankheit Die Gasblasenkrankheit kann durch eine schlechte Wasserqualität hervorgerufen werden. Es entstehen Gasblasen unter der Haut und das Seepferdchen erhält dadurch Auftrieb. Oftmals beginnt diese Krankheit mit Gasblasen im Schwanzbereich, so dass die normale Schwimmlage des Seepferdchens beeinträchtigt wird. Dies kann so weit gehen, dass das Seepferdchen hilflos an der Wasseroberfläche treibt, da es nicht mehr gegen den Auftrieb ankommt. Ohne Behandlung führen dann der Stress und Futtermangel zum Tod. Bei den Männchen kann es sein, dass diese Gasblasen im Brustbeutel entstehen. Die Theorie, dass Luft in die Brusttasche eindringt und nicht wieder heraus kann, betrachte ich als unwahrscheinlich. Viel wahrscheinlicher ist die Möglichkeit, dass nicht alle Seepferdchenbabies herausgepresst wurden oder anderer Dreck zur Gasbildung in der Bauchtasche führt. In diesem Fall kann die Entlüftung der Tasche durch die vom Seepferdchen zusammengepresste natürliche Öffnung das Problem beheben. Zu beachten ist, dass sich das Seepferdchen dagegen wehrt und es nicht durch etwas Spitzes verletzt werden darf. Zu grosse Gasblasen die unter der Haut sitzen müssen mit einer möglichst feinen Nadel aufgestochen werden. Die Blasen sind erst dann zu gross, wenn das Seepferdchen schwimmunfähig ist, da das Aufstechen eine Infektionsgefahr birgt. Generell sollte man beim Auftreten der Gasblasenkrankheit jedoch die Strömung überprüfen. Diese sollte vor allem in Würfeln von unten nach oben gerichtet sein, so dass auch Nachts in den tieferen Regionen genügend Sauerstoff vorhanden ist und keine strömungstoten Stellen entstehen. Die Krankheit kann auch mit guten Erfolgschancen Medikamentös behandelt werden. Diamox (von Goldshield Pharmaceuticals) über den Tierarzt bezogen ist wie folgt anzuwenden: Behandlung bei Zimmertemperatur in einem 25kg Salzeimer und einer leichten Belüftung so dass eine leichte Strömung entsteht. 20 Liter Wasser aus dem Aquarium mit einer ganzen aufgelösten 250mg Tablette versehen. Danach alle 2 Tage 50% Wasserwechsel (10 Liter) mit 1/2 Tablette. Behandlungsdauer 10 Tage. Weisse Flecken Weisse Flecken werden sichtbar, wenn es zu Verpilzungen und Infektionen kommt. Dies beginnt gerne an der Schwanzspitze oder am Kopf und geht so weit, dass wunde Stellen entstehen und das Seepferdchen sich nicht mehr mit dem Schwanz festhalten kann. Einmal so weit, steigt der Energiebedarf für das permanente Schwimmen zu stark an und das Seepferdchen wird eingehen. Auslöser sind oftmals Vernesselungen von Glasrosen oder Anemonen. (siehe Feinde) Zur Behandlung muss besonderer Wert auf die Wasserqualität gelegt werden. Eine verbesserte Umwälzung im Becken, d.h. eine Erhöhung der Strömung kann sich auch positiv auswirken. Medikamentöse Behandlungen mit Antibiotika können ebenfalls erfolgreich sein. Am effektivsten ist eine orale Behandlung. Dafür lässt man lebendige ausgewachsene Artemien für 2 Stunden in einer frisch angesetzten konzentrierten Antibiotika-Lösung schwimmen, bevor man sie verfüttert. Alternativ kann man das Antibiotika auch direkt in tote Mysis hineinspritzen und so verfüttern. Verlust des Saugreflexes Manchmal wollen Seepferdchen fressen, doch irgendwie verlieren sie ihre Saugkraft. Es ist ihnen dann nicht mehr möglich die Mysis durch die Schnauze zu saugen. Sie verhungern langsam. Bis zu Tod kann es 3 Monate dauern, ab dem Zeitpunkt, in dem die Nahrungsaufnahme unmöglich ist. Hier ist mir keine wirklich Erfolgversprechende Behandlung bekannt. Manchmal nützt eine Wurmkur. Nachzucht Die Nachzucht von Fischen in der Meerwasseraquaristik ist aufwändig und birgt verschiedene Schwierigkeiten. Sind diese einmal gelöst, lassen sich Erfolge erzielen und auf diese Weise die natürlichen Ressourcen schonen. Die Nachzucht von Seepferdchen ist für Meerwasserfische zwar relativ einfach, erfordert jedoch trotzdem höchste Disziplin und einen grossen Zeitaufwand. Marine Nachzuchten tragen zum Schutz der Riffe bei und schonen die natürlichen Bestände. Nachzuchten sind gesund und futterfest, sowie bereits an die Verhältnisse in Aquarium angepasst. Dadurch sind sie stabil und langlebig. Arten die relativ einfach nachgezogen werden können, sollte man nicht mehr als Wildfänge erwerben. Nachzuchten kosten zwar nicht weniger, doch langfristig tun Sie sich und der Natur einen grossen Gefallen mit deren Erwerb. Zu Beginn jeder Nachzucht steht das laichbereite Fischpaar. Männchen und Weibchen müssen dazu zusammen finden und sich wohl fühlen. Eine üppige und vitaminreiche Fütterung ist der Ablaichbereitschaft meist zuträglich. Wenn die jungen Seepferdchen aus der Obhut des Vaters entlassen werden, müssen sie vor Fressfeinden geschützt werden. Die Eltern gehören bei den Seepferdchen nicht zu diesen Feinden. Es empfiehlt sich trotzdem die jungen Seepferdchen einzufangen und zu separieren, damit sie vor der Technik des Elternbeckens geschützt werden. Einmal separiert hat man folgende Hauptprobleme: • Die Wasserqualität muss gewährleistet werden. • Das Futter muss artgerecht und in ausreichender Menge vorhanden sein. • Die Belüftung und Strömung muss angepasst sein. Wasserqualität Die enorme Verfügbarkeit des Futters steht im Widerspruch zur guten Wasserqualität. Es muss sichergestellt werden, dass die Wasserqualität konstant gut bleibt. Mann muss somit einerseits regelmässig den Boden absaugen und andererseits konstant einen gewissen Austausch des Wassers sicherstellen, ohne dass das Futter übermässig ausgespült wird. Optimaler Weise sollte das kleine System der jungen Seepferdchen irgendwie an den Wasserkreislauf des grossen Meerwasseraquariums gekoppelt sein. Dies ist die beste Garantie dafür, dass die Wasserqualität gut genug bleibt. Natürlich kann man das kleine System auch direkt in das Becken der Eltern hinein geben. Aber auch bei einem Einhängebecken ist auf einen gezielten Wasseraustausch zu achten. Wer diese Möglichkeit nicht hat, der muss mindestens täglich 10% oder wöchentlich 50% Wasserwechsel mit gut gereiftem Wasser machen. Je nach Belastung im Aufzuchtbecken sollte alle 4-7 Tage dieses völlig geleert und mit einer Bürste gereinigt werden um Bakterielle Ablagerungen zu entfernen. Die kleinen Seepferdchen verfangen sich sonst mit ihren Stacheln in diesen schleimigen oft fadenartigen Ablagerungen und gehen dann an übermässigem Energieverbrauch zu Grunde. Die zum Festhalten dienenden Pflanzen müssen auch ersetzt werden. Als Alternative dienen hier künstliche Festhaltegegenstände aus Kunststoff, die gut gereinigt werden können. Strömung Natürlich spielt auch der Sauerstoffgehalt im Wasser eine Rolle. Deshalb ist eine leichte Belüftung mittels einer Luftpumpe notwendig. Zu guter Letzt spielt die Wasserbewegung (Strömung) oftmals die entscheidende Rolle. Z.B. bei Seepferdchen muss während der pelagischen Phase (die Zeit, in der sie frei herumschwimmen und sich noch nicht mit dem Schwanz irgendwo festhalten) sichergestellt werden, dass die Strömung die neugeborenen Seepferdchen in der Schwebe hält und somit fern vom Boden oder der Wasseroberfläche. Dies erreicht man am besten mittels einer Kreisförmigen Strömung mit horizontaler Achse. Die Strömung erzeugt man entweder durch einen Wasserstrahl oder durch einen Luftheber ohne Ausströmerstein. Ein runder Behälter erleichtert die Strömung. Die Stärke der Strömung hängt von verschiedenen Faktoren ab. Sie darf die Seepferdchen nicht ermüden und auch nicht beim Fressen störend sein. Während der pelagischen Phase benötigen die Seepferdchen mehr Strömung als danach. Auf der anderen Seite kann eine stärkere Strömung bei der Umgewöhnung auf Frostfutter hilfreich sein. Futter Das richtige Futter in ausreichender Menge zur Verfügung zu stellen ist die Grösste Herausforderung in der Aufzucht von Seepferdchen. Neugeborene Seepferdchen fressen ausschliesslich lebendiges Futter und in den ersten Tagen ist fast jedes Futter für sie zu gross. Hinzu kommt, dass junge Seepferdchen bis zu 2'000 kleine Krebschen pro Tag fressen! Wer in Küstennähe wohnt, der kann sich das Futter frisch aus dem Meer besorgen. Den anderen bleib nichts anderes übrig, als entweder das Futter zu importieren, was leider unbezahlbar ist oder es selbst zu züchten. Da auch die Nachzucht von Copepoden etc. im benötigten Umfang nicht leicht ist, kommen oft Artemianauplien als Notfutter zum Einsatz. Je nach der Grösse der Neugeborenen sind diese von Anfang an in der Lage Artemianauplien zu fressen oder erst nach bis zu 2 Wochen, wenn sie entsprechend gewachsen sind. Die entscheidende Grösse der Neugeborenen liegt bei etwa 9 mm. Grünwassermethode Die Grünwassermethode ist für kleine Neugeborene bis ca. 8mm in den ersten Tagen empfehlenswert. Gute Erfolgschancen bietet hier eine Mischung aus Phyto- und kleinstem Zooplankton. Als Basiskultur für das Zooplankton dienen Brachionus und Copepoden. Die jungen Seepferdchen müssen von einer hohen Dichte dieses Futters umgeben sein. Die Brachionus verteilen sich im ganzen Eimer. Am besten sieht man sie an der Oberfläche als winzige (weisse) Punkte, die sich minimal bewegen. Für sie ist z.B. Selco ein gutes Futter oder auch Hefe etc. Zum Absieben braucht man ein feineres Sieb als zum Absieben von Artemien. Am besten bestellt man sich die Gaze im Internet und bastle sich das Sieb selbst. Copepoden lassen sich in Eimern (im Sommer im Freien, z.B. auf dem Balkon) vermehren. Dazu füllt man 25kg Salz-Eimer zu 2/3 mit Wasser aus dem Aquarium und impft diese mit verschiedenen Copepoden an. Die Copepoden kann man entweder im eigenen Becken von den Rändern absaugen oder sich eine Startkultur zulegen. Im Freien belüfte ich die Eimer nicht. Zeitweise scheint bei mir die Sonne auf die Kübel und das Wasser wir bis zu 30 Grad warm. Bei Aussentemperaturen von über 30 Grad sollte man die Kübel vor direkter Sonneneinstrahlung schützen. Damit das Zooplankton auch einen guten Nährwert hat, muss es Phytoplankton fressen oder z.B. Ersatzfutter wie z.B. Selco plus und zwar bis kurz bevor es selbst von den Larven gefressen wird. Füttern darf man das Zooplankton nicht viel. Zerriebene Flocken, Granulat, Frostfutter oder Salat in ganz kleinen Mengen eignen sich dazu. Copepoden werden grösser als frisch geschlüpfte Artemianauplien. Sie sind vermehrt am Eimerrand, doch verteilen sich bei ausreichender Dichte im ganzen Eimer. Man kann sie gut mit dem Artemiasieb entnehmen. Insekten etc. fische ich Täglich aus den Eimern ab, damit das Wasser möglichst gut bleibt. Falls eine dicke Haut an der Oberfläche entsteht, muss diese weg, denn diese mindert den Sauerstoffaustausch und ist eklig beim Absieben der Futtertiere. Ziel wäre, dass das Wasser 1x pro Tag klar wird statt milchig zu sein. Grün ist OK. Versuche mit Korallenbruch am Boden des Eimers wirkten sich bei mir negativ aus. Das Zooplankton muss vor der Geburt in ausreichender Menge vorhanden sein. Ansonsten wird es nie reichhaltig genug sein. Artemianauplien Grössere Neugeborene ab ca. 9mm können von Beginn an Artemianauplien fressen. Entscheidend ist in den ersten Tagen, dass die Nauplien möglichst frisch geschlüpft sind, denn sonst können die Seepferdchen diese nicht verdauen. Hinzu kommt, dass Artemianauplien sobald sie ihren Dottersack verbraucht haben, nach etwa 48 Stunden, praktisch keinen Nährwert mehr haben. Gefüttert wird 3x pro Tag bei guter Beleuchtung. Somit müssen auch 3x pro Tag frische Artemien angesetzt werden. Füttern Sie zu Beginn nicht zu viel, so dass die Nauplien nach dem Fressen für eine Weile im Magen bleiben und nicht sogleich vom neuen Futter herausgedrückt werden. Zeitspannen von mindestens 3 Stunden zwischen den Fütterungen sind in den ersten Wochen optimal. Nach etwa 4 Wochen muss die Menge der Artemianauplien pro Fütterung verdoppelt werden. Junge Seepferdchen können sehr wohl zwischen Artemianauplien und den unverdaulichen Schalen unterscheiden. Wenn genügend Futter vorhanden ist, werden die Schalen äusserst selten geschluckt. Es ist möglich Seepferdchen nur mit Artemianauplien aufzuziehen, doch man sollte versuchen auch Copepoden zu reichen und nur den nicht abdeckbaren Bedarf mit Artemien zu bestreiten. In dieser Phase ist es möglich die kleinen Seepferdchen in relativ grossen Becken zu halten, da sie aktiv dem Futter nachjagen. Angereicherte Artemien Nach etwa 6 Wochen werden die Artemianauplien zu klein um den Futterbedarf der gewachsenen Seepferdchen zu decken. Mit gut 2cm Länge sind die Seepferdchen aber noch zu klein um auf Frostmysis umgewöhnt zu werden. Nun müssen lebendige Artemien in passender Grösse gefüttert werden. Da die Artemien nährwertmässig zwei Tage nach dem Schlupf nur noch so gut sind, wie das was sie gefressen haben, ist nun die Anreicherung ein wichtiges Thema. Artemien kann man z.B. mit Algen, Hefe oder Eigelb füttern. Ausgewachsene Artemien sind nach 8 Stunden voll angereichert. Kleinere brauchen länger – je nach Grösse bis zu 24 Stunden. Zusätzlich zu den lebendigen Artemien kann man versuchen Frost-Cyclops zu füttern. Die meisten Seepferdchenarten haben nun die pelagische Phase überstanden und halten sich vermehrt irgendwo fest beim Fressen. Damit die Futterdichte gross genug ist, muss das Becken nun wieder klein sein. Mysis Etwa nach 3 Monaten mit einer Grösse von 3-5 cm kann mit der Umgewöhnung der Seepferdchen auf Frostmysis begonnen werden. Dazu gebe ich vereinzelte ausgesuchte kleine Mysis ins Aufzuchtbecken. Eine stärkere Belüftung sorgt zugleich für eine leichte Bewegung der toten Mysis und erhöht somit den Fressreiz. Sobald die ersten Seepferdchen beginnen Mysis zu fressen reduziere ich dann die Artemien. Wenn alle Frostmysis fressen stelle ich die Fütterung von Artemia, Cyclops etc. ganz ein. Nun sind die grössten Hürden überstanden und die Zucht ist gelungen. Die Nachzuchten können fortan wie die ausgewachsenen Seepferdchen behandelt werden. Oft werde ich gefragt, wie viele Seepferdchen ich pro Wurf durchbringe. Die Frage kommt meistens dann auf, wenn man seine eigenen Erfolge oder Misserfolge bewerten möchte. Generell kann man sagen, dass falls die Seepferdchen in den ersten 3 Tagen sterben, das Wasser oder die Sauerstoffversorgung mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht gut genug ist. Wenn die Seepferdchen zwischen Tag 4 und 7 sterben, dann ist die Chance gross, dass sie verhungern. Danach kommt es auf eine konstante Pflege darauf an und vor allem auf ausreichend gutes Futter. Was nun meine Quoten betrifft, kommt es darauf an, wie viel Zeit ich habe und was man unter durchbringen versteht. Einige Beispiele: • Comes/Barbouri die ersten 6-8 Wochen bei vernünftigem Zeitaufwand ca. 80% • Comes/Barbouri 6 Monate auf Frostfutter umgestellt bei konstanter Pflege ca. 40% • Reidi die ersten 4 Wochen bei vernünftigem Zeitaufwand ca. 50% • Reidi 6 Monate auf Frostfutter umgestellt bei konstanter Pflege ca. 40% Bei unregelmässiger Pflege (Wochenweiser Abwesenheit) bin ich mit 1 Pferdchen pro Wurf zufrieden. Um mehr als 40% regelmässig durchzubringen, muss man den Aufwand markant steigern durch anreichern des Futters etc. Mit der Zeit werden sich neue Probleme ergeben. So genannte Miniquallen werden sich vermehren. Sie sind einerseits Futterkonkurrenten für die jungen Seepferdchen und andererseits können sie die Seepferdchen mit ihrem Nesselgift schwächen. Man sollte die Anzahl der Miniquallen deshalb durch manuelle Entfernung so tief wie möglich halten. In nicht gekoppelten Aufzuchtbecken kann mit Fenbendazole behandelt werden. Tipps Weniger ist oft mehr. Wenn Sie nur wenige neugeborene Seepferdchen abschöpfen, steigt dafür die Überlebenschance jedes einzelnen. Wenn neugeborene Seepferdchen immer an der Oberfläche kleben, kann man das Becken vorübergehend von oben abdunkeln und seitlich beleuchten. Das Lebendfutter sammelt sich beim Licht und lockt die Seepferdchen von der Wasseroberfläche weg. Die Aufzucht der einzelnen Würfe wird sich überschneiden, so dass mehrere Becken für die verschiedenen Entwicklungsstadien von Nöten sein werden. Lesen Sie mehr über die Nachzucht bestimmter Seepferdchenarten Fotos Weitere Seepferdchenfotos finden Sie in unseren Fischgalerien. Schlusswort Ich wünsche allen viel Erfolg bei der Pflege und Nachzucht von Seepferdchen. Es ist ein Hobby, das zur Leidenschaft wird. Wir ermöglichen dadurch vielen Menschen den Zugang zu diesen fabelhaften Tieren. Nur wenige Menschen werden das Glück haben, Seepferdchen in der freien Natur bewundern zu können. Mit unserem Hobby stärken wir das Interesse für die Seepferdchen und leisten somit einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz. Seitenanfang
Weisse Flecken Weisse Flecken werden sichtbar, wenn es zu Verpilzungen und Infektionen kommt. Dies beginnt gerne an der Schwanzspitze oder am Kopf und geht so weit, dass wunde Stellen entstehen und das Seepferdchen sich nicht mehr mit dem Schwanz festhalten kann. Einmal so weit, steigt der Energiebedarf für das permanente Schwimmen zu stark an und das Seepferdchen wird eingehen. Auslöser sind oftmals Vernesselungen von Glasrosen oder Anemonen. (siehe Feinde) Zur Behandlung muss besonderer Wert auf die Wasserqualität gelegt werden. Eine verbesserte Umwälzung im Becken, d.h. eine Erhöhung der Strömung kann sich auch positiv auswirken. Medikamentöse Behandlungen mit Antibiotika können ebenfalls erfolgreich sein. Am effektivsten ist eine orale Behandlung. Dafür lässt man lebendige ausgewachsene Artemien für 2 Stunden in einer frisch angesetzten konzentrierten Antibiotika-Lösung schwimmen, bevor man sie verfüttert. Alternativ kann man das Antibiotika auch direkt in tote Mysis hineinspritzen und so verfüttern. Verlust des Saugreflexes Manchmal wollen Seepferdchen fressen, doch irgendwie verlieren sie ihre Saugkraft. Es ist ihnen dann nicht mehr möglich die Mysis durch die Schnauze zu saugen. Sie verhungern langsam. Bis zu Tod kann es 3 Monate dauern, ab dem Zeitpunkt, in dem die Nahrungsaufnahme unmöglich ist. Hier ist mir keine wirklich Erfolgversprechende Behandlung bekannt. Manchmal nützt eine Wurmkur. Nachzucht Die Nachzucht von Fischen in der Meerwasseraquaristik ist aufwändig und birgt verschiedene Schwierigkeiten. Sind diese einmal gelöst, lassen sich Erfolge erzielen und auf diese Weise die natürlichen Ressourcen schonen. Die Nachzucht von Seepferdchen ist für Meerwasserfische zwar relativ einfach, erfordert jedoch trotzdem höchste Disziplin und einen grossen Zeitaufwand. Marine Nachzuchten tragen zum Schutz der Riffe bei und schonen die natürlichen Bestände. Nachzuchten sind gesund und futterfest, sowie bereits an die Verhältnisse in Aquarium angepasst. Dadurch sind sie stabil und langlebig. Arten die relativ einfach nachgezogen werden können, sollte man nicht mehr als Wildfänge erwerben. Nachzuchten kosten zwar nicht weniger, doch langfristig tun Sie sich und der Natur einen grossen Gefallen mit deren Erwerb. Zu Beginn jeder Nachzucht steht das laichbereite Fischpaar. Männchen und Weibchen müssen dazu zusammen finden und sich wohl fühlen. Eine üppige und vitaminreiche Fütterung ist der Ablaichbereitschaft meist zuträglich. Wenn die jungen Seepferdchen aus der Obhut des Vaters entlassen werden, müssen sie vor Fressfeinden geschützt werden. Die Eltern gehören bei den Seepferdchen nicht zu diesen Feinden. Es empfiehlt sich trotzdem die jungen Seepferdchen einzufangen und zu separieren, damit sie vor der Technik des Elternbeckens geschützt werden. Einmal separiert hat man folgende Hauptprobleme: • Die Wasserqualität muss gewährleistet werden. • Das Futter muss artgerecht und in ausreichender Menge vorhanden sein. • Die Belüftung und Strömung muss angepasst sein. Wasserqualität Die enorme Verfügbarkeit des Futters steht im Widerspruch zur guten Wasserqualität. Es muss sichergestellt werden, dass die Wasserqualität konstant gut bleibt. Mann muss somit einerseits regelmässig den Boden absaugen und andererseits konstant einen gewissen Austausch des Wassers sicherstellen, ohne dass das Futter übermässig ausgespült wird. Optimaler Weise sollte das kleine System der jungen Seepferdchen irgendwie an den Wasserkreislauf des grossen Meerwasseraquariums gekoppelt sein. Dies ist die beste Garantie dafür, dass die Wasserqualität gut genug bleibt. Natürlich kann man das kleine System auch direkt in das Becken der Eltern hinein geben. Aber auch bei einem Einhängebecken ist auf einen gezielten Wasseraustausch zu achten. Wer diese Möglichkeit nicht hat, der muss mindestens täglich 10% oder wöchentlich 50% Wasserwechsel mit gut gereiftem Wasser machen. Je nach Belastung im Aufzuchtbecken sollte alle 4-7 Tage dieses völlig geleert und mit einer Bürste gereinigt werden um Bakterielle Ablagerungen zu entfernen. Die kleinen Seepferdchen verfangen sich sonst mit ihren Stacheln in diesen schleimigen oft fadenartigen Ablagerungen und gehen dann an übermässigem Energieverbrauch zu Grunde. Die zum Festhalten dienenden Pflanzen müssen auch ersetzt werden. Als Alternative dienen hier künstliche Festhaltegegenstände aus Kunststoff, die gut gereinigt werden können. Strömung Natürlich spielt auch der Sauerstoffgehalt im Wasser eine Rolle. Deshalb ist eine leichte Belüftung mittels einer Luftpumpe notwendig. Zu guter Letzt spielt die Wasserbewegung (Strömung) oftmals die entscheidende Rolle. Z.B. bei Seepferdchen muss während der pelagischen Phase (die Zeit, in der sie frei herumschwimmen und sich noch nicht mit dem Schwanz irgendwo festhalten) sichergestellt werden, dass die Strömung die neugeborenen Seepferdchen in der Schwebe hält und somit fern vom Boden oder der Wasseroberfläche. Dies erreicht man am besten mittels einer Kreisförmigen Strömung mit horizontaler Achse. Die Strömung erzeugt man entweder durch einen Wasserstrahl oder durch einen Luftheber ohne Ausströmerstein. Ein runder Behälter erleichtert die Strömung. Die Stärke der Strömung hängt von verschiedenen Faktoren ab. Sie darf die Seepferdchen nicht ermüden und auch nicht beim Fressen störend sein. Während der pelagischen Phase benötigen die Seepferdchen mehr Strömung als danach. Auf der anderen Seite kann eine stärkere Strömung bei der Umgewöhnung auf Frostfutter hilfreich sein. Futter Das richtige Futter in ausreichender Menge zur Verfügung zu stellen ist die Grösste Herausforderung in der Aufzucht von Seepferdchen. Neugeborene Seepferdchen fressen ausschliesslich lebendiges Futter und in den ersten Tagen ist fast jedes Futter für sie zu gross. Hinzu kommt, dass junge Seepferdchen bis zu 2'000 kleine Krebschen pro Tag fressen! Wer in Küstennähe wohnt, der kann sich das Futter frisch aus dem Meer besorgen. Den anderen bleib nichts anderes übrig, als entweder das Futter zu importieren, was leider unbezahlbar ist oder es selbst zu züchten. Da auch die Nachzucht von Copepoden etc. im benötigten Umfang nicht leicht ist, kommen oft Artemianauplien als Notfutter zum Einsatz. Je nach der Grösse der Neugeborenen sind diese von Anfang an in der Lage Artemianauplien zu fressen oder erst nach bis zu 2 Wochen, wenn sie entsprechend gewachsen sind. Die entscheidende Grösse der Neugeborenen liegt bei etwa 9 mm. Grünwassermethode Die Grünwassermethode ist für kleine Neugeborene bis ca. 8mm in den ersten Tagen empfehlenswert. Gute Erfolgschancen bietet hier eine Mischung aus Phyto- und kleinstem Zooplankton. Als Basiskultur für das Zooplankton dienen Brachionus und Copepoden. Die jungen Seepferdchen müssen von einer hohen Dichte dieses Futters umgeben sein. Die Brachionus verteilen sich im ganzen Eimer. Am besten sieht man sie an der Oberfläche als winzige (weisse) Punkte, die sich minimal bewegen. Für sie ist z.B. Selco ein gutes Futter oder auch Hefe etc. Zum Absieben braucht man ein feineres Sieb als zum Absieben von Artemien. Am besten bestellt man sich die Gaze im Internet und bastle sich das Sieb selbst. Copepoden lassen sich in Eimern (im Sommer im Freien, z.B. auf dem Balkon) vermehren. Dazu füllt man 25kg Salz-Eimer zu 2/3 mit Wasser aus dem Aquarium und impft diese mit verschiedenen Copepoden an. Die Copepoden kann man entweder im eigenen Becken von den Rändern absaugen oder sich eine Startkultur zulegen. Im Freien belüfte ich die Eimer nicht. Zeitweise scheint bei mir die Sonne auf die Kübel und das Wasser wir bis zu 30 Grad warm. Bei Aussentemperaturen von über 30 Grad sollte man die Kübel vor direkter Sonneneinstrahlung schützen. Damit das Zooplankton auch einen guten Nährwert hat, muss es Phytoplankton fressen oder z.B. Ersatzfutter wie z.B. Selco plus und zwar bis kurz bevor es selbst von den Larven gefressen wird. Füttern darf man das Zooplankton nicht viel. Zerriebene Flocken, Granulat, Frostfutter oder Salat in ganz kleinen Mengen eignen sich dazu. Copepoden werden grösser als frisch geschlüpfte Artemianauplien. Sie sind vermehrt am Eimerrand, doch verteilen sich bei ausreichender Dichte im ganzen Eimer. Man kann sie gut mit dem Artemiasieb entnehmen. Insekten etc. fische ich Täglich aus den Eimern ab, damit das Wasser möglichst gut bleibt. Falls eine dicke Haut an der Oberfläche entsteht, muss diese weg, denn diese mindert den Sauerstoffaustausch und ist eklig beim Absieben der Futtertiere. Ziel wäre, dass das Wasser 1x pro Tag klar wird statt milchig zu sein. Grün ist OK. Versuche mit Korallenbruch am Boden des Eimers wirkten sich bei mir negativ aus. Das Zooplankton muss vor der Geburt in ausreichender Menge vorhanden sein. Ansonsten wird es nie reichhaltig genug sein. Artemianauplien Grössere Neugeborene ab ca. 9mm können von Beginn an Artemianauplien fressen. Entscheidend ist in den ersten Tagen, dass die Nauplien möglichst frisch geschlüpft sind, denn sonst können die Seepferdchen diese nicht verdauen. Hinzu kommt, dass Artemianauplien sobald sie ihren Dottersack verbraucht haben, nach etwa 48 Stunden, praktisch keinen Nährwert mehr haben. Gefüttert wird 3x pro Tag bei guter Beleuchtung. Somit müssen auch 3x pro Tag frische Artemien angesetzt werden. Füttern Sie zu Beginn nicht zu viel, so dass die Nauplien nach dem Fressen für eine Weile im Magen bleiben und nicht sogleich vom neuen Futter herausgedrückt werden. Zeitspannen von mindestens 3 Stunden zwischen den Fütterungen sind in den ersten Wochen optimal. Nach etwa 4 Wochen muss die Menge der Artemianauplien pro Fütterung verdoppelt werden. Junge Seepferdchen können sehr wohl zwischen Artemianauplien und den unverdaulichen Schalen unterscheiden. Wenn genügend Futter vorhanden ist, werden die Schalen äusserst selten geschluckt. Es ist möglich Seepferdchen nur mit Artemianauplien aufzuziehen, doch man sollte versuchen auch Copepoden zu reichen und nur den nicht abdeckbaren Bedarf mit Artemien zu bestreiten. In dieser Phase ist es möglich die kleinen Seepferdchen in relativ grossen Becken zu halten, da sie aktiv dem Futter nachjagen. Angereicherte Artemien Nach etwa 6 Wochen werden die Artemianauplien zu klein um den Futterbedarf der gewachsenen Seepferdchen zu decken. Mit gut 2cm Länge sind die Seepferdchen aber noch zu klein um auf Frostmysis umgewöhnt zu werden. Nun müssen lebendige Artemien in passender Grösse gefüttert werden. Da die Artemien nährwertmässig zwei Tage nach dem Schlupf nur noch so gut sind, wie das was sie gefressen haben, ist nun die Anreicherung ein wichtiges Thema. Artemien kann man z.B. mit Algen, Hefe oder Eigelb füttern. Ausgewachsene Artemien sind nach 8 Stunden voll angereichert. Kleinere brauchen länger – je nach Grösse bis zu 24 Stunden. Zusätzlich zu den lebendigen Artemien kann man versuchen Frost-Cyclops zu füttern. Die meisten Seepferdchenarten haben nun die pelagische Phase überstanden und halten sich vermehrt irgendwo fest beim Fressen. Damit die Futterdichte gross genug ist, muss das Becken nun wieder klein sein. Mysis Etwa nach 3 Monaten mit einer Grösse von 3-5 cm kann mit der Umgewöhnung der Seepferdchen auf Frostmysis begonnen werden. Dazu gebe ich vereinzelte ausgesuchte kleine Mysis ins Aufzuchtbecken. Eine stärkere Belüftung sorgt zugleich für eine leichte Bewegung der toten Mysis und erhöht somit den Fressreiz. Sobald die ersten Seepferdchen beginnen Mysis zu fressen reduziere ich dann die Artemien. Wenn alle Frostmysis fressen stelle ich die Fütterung von Artemia, Cyclops etc. ganz ein. Nun sind die grössten Hürden überstanden und die Zucht ist gelungen. Die Nachzuchten können fortan wie die ausgewachsenen Seepferdchen behandelt werden. Oft werde ich gefragt, wie viele Seepferdchen ich pro Wurf durchbringe. Die Frage kommt meistens dann auf, wenn man seine eigenen Erfolge oder Misserfolge bewerten möchte. Generell kann man sagen, dass falls die Seepferdchen in den ersten 3 Tagen sterben, das Wasser oder die Sauerstoffversorgung mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht gut genug ist. Wenn die Seepferdchen zwischen Tag 4 und 7 sterben, dann ist die Chance gross, dass sie verhungern. Danach kommt es auf eine konstante Pflege darauf an und vor allem auf ausreichend gutes Futter. Was nun meine Quoten betrifft, kommt es darauf an, wie viel Zeit ich habe und was man unter durchbringen versteht. Einige Beispiele: • Comes/Barbouri die ersten 6-8 Wochen bei vernünftigem Zeitaufwand ca. 80% • Comes/Barbouri 6 Monate auf Frostfutter umgestellt bei konstanter Pflege ca. 40% • Reidi die ersten 4 Wochen bei vernünftigem Zeitaufwand ca. 50% • Reidi 6 Monate auf Frostfutter umgestellt bei konstanter Pflege ca. 40% Bei unregelmässiger Pflege (Wochenweiser Abwesenheit) bin ich mit 1 Pferdchen pro Wurf zufrieden. Um mehr als 40% regelmässig durchzubringen, muss man den Aufwand markant steigern durch anreichern des Futters etc. Mit der Zeit werden sich neue Probleme ergeben. So genannte Miniquallen werden sich vermehren. Sie sind einerseits Futterkonkurrenten für die jungen Seepferdchen und andererseits können sie die Seepferdchen mit ihrem Nesselgift schwächen. Man sollte die Anzahl der Miniquallen deshalb durch manuelle Entfernung so tief wie möglich halten. In nicht gekoppelten Aufzuchtbecken kann mit Fenbendazole behandelt werden. Tipps Weniger ist oft mehr. Wenn Sie nur wenige neugeborene Seepferdchen abschöpfen, steigt dafür die Überlebenschance jedes einzelnen. Wenn neugeborene Seepferdchen immer an der Oberfläche kleben, kann man das Becken vorübergehend von oben abdunkeln und seitlich beleuchten. Das Lebendfutter sammelt sich beim Licht und lockt die Seepferdchen von der Wasseroberfläche weg. Die Aufzucht der einzelnen Würfe wird sich überschneiden, so dass mehrere Becken für die verschiedenen Entwicklungsstadien von Nöten sein werden. Lesen Sie mehr über die Nachzucht bestimmter Seepferdchenarten Fotos Weitere Seepferdchenfotos finden Sie in unseren Fischgalerien. Schlusswort Ich wünsche allen viel Erfolg bei der Pflege und Nachzucht von Seepferdchen. Es ist ein Hobby, das zur Leidenschaft wird. Wir ermöglichen dadurch vielen Menschen den Zugang zu diesen fabelhaften Tieren. Nur wenige Menschen werden das Glück haben, Seepferdchen in der freien Natur bewundern zu können. Mit unserem Hobby stärken wir das Interesse für die Seepferdchen und leisten somit einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz. Seitenanfang
Verlust des Saugreflexes Manchmal wollen Seepferdchen fressen, doch irgendwie verlieren sie ihre Saugkraft. Es ist ihnen dann nicht mehr möglich die Mysis durch die Schnauze zu saugen. Sie verhungern langsam. Bis zu Tod kann es 3 Monate dauern, ab dem Zeitpunkt, in dem die Nahrungsaufnahme unmöglich ist. Hier ist mir keine wirklich Erfolgversprechende Behandlung bekannt. Manchmal nützt eine Wurmkur. Nachzucht Die Nachzucht von Fischen in der Meerwasseraquaristik ist aufwändig und birgt verschiedene Schwierigkeiten. Sind diese einmal gelöst, lassen sich Erfolge erzielen und auf diese Weise die natürlichen Ressourcen schonen. Die Nachzucht von Seepferdchen ist für Meerwasserfische zwar relativ einfach, erfordert jedoch trotzdem höchste Disziplin und einen grossen Zeitaufwand. Marine Nachzuchten tragen zum Schutz der Riffe bei und schonen die natürlichen Bestände. Nachzuchten sind gesund und futterfest, sowie bereits an die Verhältnisse in Aquarium angepasst. Dadurch sind sie stabil und langlebig. Arten die relativ einfach nachgezogen werden können, sollte man nicht mehr als Wildfänge erwerben. Nachzuchten kosten zwar nicht weniger, doch langfristig tun Sie sich und der Natur einen grossen Gefallen mit deren Erwerb. Zu Beginn jeder Nachzucht steht das laichbereite Fischpaar. Männchen und Weibchen müssen dazu zusammen finden und sich wohl fühlen. Eine üppige und vitaminreiche Fütterung ist der Ablaichbereitschaft meist zuträglich. Wenn die jungen Seepferdchen aus der Obhut des Vaters entlassen werden, müssen sie vor Fressfeinden geschützt werden. Die Eltern gehören bei den Seepferdchen nicht zu diesen Feinden. Es empfiehlt sich trotzdem die jungen Seepferdchen einzufangen und zu separieren, damit sie vor der Technik des Elternbeckens geschützt werden. Einmal separiert hat man folgende Hauptprobleme: • Die Wasserqualität muss gewährleistet werden. • Das Futter muss artgerecht und in ausreichender Menge vorhanden sein. • Die Belüftung und Strömung muss angepasst sein. Wasserqualität Die enorme Verfügbarkeit des Futters steht im Widerspruch zur guten Wasserqualität. Es muss sichergestellt werden, dass die Wasserqualität konstant gut bleibt. Mann muss somit einerseits regelmässig den Boden absaugen und andererseits konstant einen gewissen Austausch des Wassers sicherstellen, ohne dass das Futter übermässig ausgespült wird. Optimaler Weise sollte das kleine System der jungen Seepferdchen irgendwie an den Wasserkreislauf des grossen Meerwasseraquariums gekoppelt sein. Dies ist die beste Garantie dafür, dass die Wasserqualität gut genug bleibt. Natürlich kann man das kleine System auch direkt in das Becken der Eltern hinein geben. Aber auch bei einem Einhängebecken ist auf einen gezielten Wasseraustausch zu achten. Wer diese Möglichkeit nicht hat, der muss mindestens täglich 10% oder wöchentlich 50% Wasserwechsel mit gut gereiftem Wasser machen. Je nach Belastung im Aufzuchtbecken sollte alle 4-7 Tage dieses völlig geleert und mit einer Bürste gereinigt werden um Bakterielle Ablagerungen zu entfernen. Die kleinen Seepferdchen verfangen sich sonst mit ihren Stacheln in diesen schleimigen oft fadenartigen Ablagerungen und gehen dann an übermässigem Energieverbrauch zu Grunde. Die zum Festhalten dienenden Pflanzen müssen auch ersetzt werden. Als Alternative dienen hier künstliche Festhaltegegenstände aus Kunststoff, die gut gereinigt werden können. Strömung Natürlich spielt auch der Sauerstoffgehalt im Wasser eine Rolle. Deshalb ist eine leichte Belüftung mittels einer Luftpumpe notwendig. Zu guter Letzt spielt die Wasserbewegung (Strömung) oftmals die entscheidende Rolle. Z.B. bei Seepferdchen muss während der pelagischen Phase (die Zeit, in der sie frei herumschwimmen und sich noch nicht mit dem Schwanz irgendwo festhalten) sichergestellt werden, dass die Strömung die neugeborenen Seepferdchen in der Schwebe hält und somit fern vom Boden oder der Wasseroberfläche. Dies erreicht man am besten mittels einer Kreisförmigen Strömung mit horizontaler Achse. Die Strömung erzeugt man entweder durch einen Wasserstrahl oder durch einen Luftheber ohne Ausströmerstein. Ein runder Behälter erleichtert die Strömung. Die Stärke der Strömung hängt von verschiedenen Faktoren ab. Sie darf die Seepferdchen nicht ermüden und auch nicht beim Fressen störend sein. Während der pelagischen Phase benötigen die Seepferdchen mehr Strömung als danach. Auf der anderen Seite kann eine stärkere Strömung bei der Umgewöhnung auf Frostfutter hilfreich sein. Futter Das richtige Futter in ausreichender Menge zur Verfügung zu stellen ist die Grösste Herausforderung in der Aufzucht von Seepferdchen. Neugeborene Seepferdchen fressen ausschliesslich lebendiges Futter und in den ersten Tagen ist fast jedes Futter für sie zu gross. Hinzu kommt, dass junge Seepferdchen bis zu 2'000 kleine Krebschen pro Tag fressen! Wer in Küstennähe wohnt, der kann sich das Futter frisch aus dem Meer besorgen. Den anderen bleib nichts anderes übrig, als entweder das Futter zu importieren, was leider unbezahlbar ist oder es selbst zu züchten. Da auch die Nachzucht von Copepoden etc. im benötigten Umfang nicht leicht ist, kommen oft Artemianauplien als Notfutter zum Einsatz. Je nach der Grösse der Neugeborenen sind diese von Anfang an in der Lage Artemianauplien zu fressen oder erst nach bis zu 2 Wochen, wenn sie entsprechend gewachsen sind. Die entscheidende Grösse der Neugeborenen liegt bei etwa 9 mm. Grünwassermethode Die Grünwassermethode ist für kleine Neugeborene bis ca. 8mm in den ersten Tagen empfehlenswert. Gute Erfolgschancen bietet hier eine Mischung aus Phyto- und kleinstem Zooplankton. Als Basiskultur für das Zooplankton dienen Brachionus und Copepoden. Die jungen Seepferdchen müssen von einer hohen Dichte dieses Futters umgeben sein. Die Brachionus verteilen sich im ganzen Eimer. Am besten sieht man sie an der Oberfläche als winzige (weisse) Punkte, die sich minimal bewegen. Für sie ist z.B. Selco ein gutes Futter oder auch Hefe etc. Zum Absieben braucht man ein feineres Sieb als zum Absieben von Artemien. Am besten bestellt man sich die Gaze im Internet und bastle sich das Sieb selbst. Copepoden lassen sich in Eimern (im Sommer im Freien, z.B. auf dem Balkon) vermehren. Dazu füllt man 25kg Salz-Eimer zu 2/3 mit Wasser aus dem Aquarium und impft diese mit verschiedenen Copepoden an. Die Copepoden kann man entweder im eigenen Becken von den Rändern absaugen oder sich eine Startkultur zulegen. Im Freien belüfte ich die Eimer nicht. Zeitweise scheint bei mir die Sonne auf die Kübel und das Wasser wir bis zu 30 Grad warm. Bei Aussentemperaturen von über 30 Grad sollte man die Kübel vor direkter Sonneneinstrahlung schützen. Damit das Zooplankton auch einen guten Nährwert hat, muss es Phytoplankton fressen oder z.B. Ersatzfutter wie z.B. Selco plus und zwar bis kurz bevor es selbst von den Larven gefressen wird. Füttern darf man das Zooplankton nicht viel. Zerriebene Flocken, Granulat, Frostfutter oder Salat in ganz kleinen Mengen eignen sich dazu. Copepoden werden grösser als frisch geschlüpfte Artemianauplien. Sie sind vermehrt am Eimerrand, doch verteilen sich bei ausreichender Dichte im ganzen Eimer. Man kann sie gut mit dem Artemiasieb entnehmen. Insekten etc. fische ich Täglich aus den Eimern ab, damit das Wasser möglichst gut bleibt. Falls eine dicke Haut an der Oberfläche entsteht, muss diese weg, denn diese mindert den Sauerstoffaustausch und ist eklig beim Absieben der Futtertiere. Ziel wäre, dass das Wasser 1x pro Tag klar wird statt milchig zu sein. Grün ist OK. Versuche mit Korallenbruch am Boden des Eimers wirkten sich bei mir negativ aus. Das Zooplankton muss vor der Geburt in ausreichender Menge vorhanden sein. Ansonsten wird es nie reichhaltig genug sein. Artemianauplien Grössere Neugeborene ab ca. 9mm können von Beginn an Artemianauplien fressen. Entscheidend ist in den ersten Tagen, dass die Nauplien möglichst frisch geschlüpft sind, denn sonst können die Seepferdchen diese nicht verdauen. Hinzu kommt, dass Artemianauplien sobald sie ihren Dottersack verbraucht haben, nach etwa 48 Stunden, praktisch keinen Nährwert mehr haben. Gefüttert wird 3x pro Tag bei guter Beleuchtung. Somit müssen auch 3x pro Tag frische Artemien angesetzt werden. Füttern Sie zu Beginn nicht zu viel, so dass die Nauplien nach dem Fressen für eine Weile im Magen bleiben und nicht sogleich vom neuen Futter herausgedrückt werden. Zeitspannen von mindestens 3 Stunden zwischen den Fütterungen sind in den ersten Wochen optimal. Nach etwa 4 Wochen muss die Menge der Artemianauplien pro Fütterung verdoppelt werden. Junge Seepferdchen können sehr wohl zwischen Artemianauplien und den unverdaulichen Schalen unterscheiden. Wenn genügend Futter vorhanden ist, werden die Schalen äusserst selten geschluckt. Es ist möglich Seepferdchen nur mit Artemianauplien aufzuziehen, doch man sollte versuchen auch Copepoden zu reichen und nur den nicht abdeckbaren Bedarf mit Artemien zu bestreiten. In dieser Phase ist es möglich die kleinen Seepferdchen in relativ grossen Becken zu halten, da sie aktiv dem Futter nachjagen. Angereicherte Artemien Nach etwa 6 Wochen werden die Artemianauplien zu klein um den Futterbedarf der gewachsenen Seepferdchen zu decken. Mit gut 2cm Länge sind die Seepferdchen aber noch zu klein um auf Frostmysis umgewöhnt zu werden. Nun müssen lebendige Artemien in passender Grösse gefüttert werden. Da die Artemien nährwertmässig zwei Tage nach dem Schlupf nur noch so gut sind, wie das was sie gefressen haben, ist nun die Anreicherung ein wichtiges Thema. Artemien kann man z.B. mit Algen, Hefe oder Eigelb füttern. Ausgewachsene Artemien sind nach 8 Stunden voll angereichert. Kleinere brauchen länger – je nach Grösse bis zu 24 Stunden. Zusätzlich zu den lebendigen Artemien kann man versuchen Frost-Cyclops zu füttern. Die meisten Seepferdchenarten haben nun die pelagische Phase überstanden und halten sich vermehrt irgendwo fest beim Fressen. Damit die Futterdichte gross genug ist, muss das Becken nun wieder klein sein. Mysis Etwa nach 3 Monaten mit einer Grösse von 3-5 cm kann mit der Umgewöhnung der Seepferdchen auf Frostmysis begonnen werden. Dazu gebe ich vereinzelte ausgesuchte kleine Mysis ins Aufzuchtbecken. Eine stärkere Belüftung sorgt zugleich für eine leichte Bewegung der toten Mysis und erhöht somit den Fressreiz. Sobald die ersten Seepferdchen beginnen Mysis zu fressen reduziere ich dann die Artemien. Wenn alle Frostmysis fressen stelle ich die Fütterung von Artemia, Cyclops etc. ganz ein. Nun sind die grössten Hürden überstanden und die Zucht ist gelungen. Die Nachzuchten können fortan wie die ausgewachsenen Seepferdchen behandelt werden. Oft werde ich gefragt, wie viele Seepferdchen ich pro Wurf durchbringe. Die Frage kommt meistens dann auf, wenn man seine eigenen Erfolge oder Misserfolge bewerten möchte. Generell kann man sagen, dass falls die Seepferdchen in den ersten 3 Tagen sterben, das Wasser oder die Sauerstoffversorgung mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht gut genug ist. Wenn die Seepferdchen zwischen Tag 4 und 7 sterben, dann ist die Chance gross, dass sie verhungern. Danach kommt es auf eine konstante Pflege darauf an und vor allem auf ausreichend gutes Futter. Was nun meine Quoten betrifft, kommt es darauf an, wie viel Zeit ich habe und was man unter durchbringen versteht. Einige Beispiele: • Comes/Barbouri die ersten 6-8 Wochen bei vernünftigem Zeitaufwand ca. 80% • Comes/Barbouri 6 Monate auf Frostfutter umgestellt bei konstanter Pflege ca. 40% • Reidi die ersten 4 Wochen bei vernünftigem Zeitaufwand ca. 50% • Reidi 6 Monate auf Frostfutter umgestellt bei konstanter Pflege ca. 40% Bei unregelmässiger Pflege (Wochenweiser Abwesenheit) bin ich mit 1 Pferdchen pro Wurf zufrieden. Um mehr als 40% regelmässig durchzubringen, muss man den Aufwand markant steigern durch anreichern des Futters etc. Mit der Zeit werden sich neue Probleme ergeben. So genannte Miniquallen werden sich vermehren. Sie sind einerseits Futterkonkurrenten für die jungen Seepferdchen und andererseits können sie die Seepferdchen mit ihrem Nesselgift schwächen. Man sollte die Anzahl der Miniquallen deshalb durch manuelle Entfernung so tief wie möglich halten. In nicht gekoppelten Aufzuchtbecken kann mit Fenbendazole behandelt werden. Tipps Weniger ist oft mehr. Wenn Sie nur wenige neugeborene Seepferdchen abschöpfen, steigt dafür die Überlebenschance jedes einzelnen. Wenn neugeborene Seepferdchen immer an der Oberfläche kleben, kann man das Becken vorübergehend von oben abdunkeln und seitlich beleuchten. Das Lebendfutter sammelt sich beim Licht und lockt die Seepferdchen von der Wasseroberfläche weg. Die Aufzucht der einzelnen Würfe wird sich überschneiden, so dass mehrere Becken für die verschiedenen Entwicklungsstadien von Nöten sein werden. Lesen Sie mehr über die Nachzucht bestimmter Seepferdchenarten Fotos Weitere Seepferdchenfotos finden Sie in unseren Fischgalerien. Schlusswort Ich wünsche allen viel Erfolg bei der Pflege und Nachzucht von Seepferdchen. Es ist ein Hobby, das zur Leidenschaft wird. Wir ermöglichen dadurch vielen Menschen den Zugang zu diesen fabelhaften Tieren. Nur wenige Menschen werden das Glück haben, Seepferdchen in der freien Natur bewundern zu können. Mit unserem Hobby stärken wir das Interesse für die Seepferdchen und leisten somit einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz. Seitenanfang
Nachzucht Die Nachzucht von Fischen in der Meerwasseraquaristik ist aufwändig und birgt verschiedene Schwierigkeiten. Sind diese einmal gelöst, lassen sich Erfolge erzielen und auf diese Weise die natürlichen Ressourcen schonen. Die Nachzucht von Seepferdchen ist für Meerwasserfische zwar relativ einfach, erfordert jedoch trotzdem höchste Disziplin und einen grossen Zeitaufwand. Marine Nachzuchten tragen zum Schutz der Riffe bei und schonen die natürlichen Bestände. Nachzuchten sind gesund und futterfest, sowie bereits an die Verhältnisse in Aquarium angepasst. Dadurch sind sie stabil und langlebig. Arten die relativ einfach nachgezogen werden können, sollte man nicht mehr als Wildfänge erwerben. Nachzuchten kosten zwar nicht weniger, doch langfristig tun Sie sich und der Natur einen grossen Gefallen mit deren Erwerb. Zu Beginn jeder Nachzucht steht das laichbereite Fischpaar. Männchen und Weibchen müssen dazu zusammen finden und sich wohl fühlen. Eine üppige und vitaminreiche Fütterung ist der Ablaichbereitschaft meist zuträglich. Wenn die jungen Seepferdchen aus der Obhut des Vaters entlassen werden, müssen sie vor Fressfeinden geschützt werden. Die Eltern gehören bei den Seepferdchen nicht zu diesen Feinden. Es empfiehlt sich trotzdem die jungen Seepferdchen einzufangen und zu separieren, damit sie vor der Technik des Elternbeckens geschützt werden. Einmal separiert hat man folgende Hauptprobleme: • Die Wasserqualität muss gewährleistet werden. • Das Futter muss artgerecht und in ausreichender Menge vorhanden sein. • Die Belüftung und Strömung muss angepasst sein. Wasserqualität Die enorme Verfügbarkeit des Futters steht im Widerspruch zur guten Wasserqualität. Es muss sichergestellt werden, dass die Wasserqualität konstant gut bleibt. Mann muss somit einerseits regelmässig den Boden absaugen und andererseits konstant einen gewissen Austausch des Wassers sicherstellen, ohne dass das Futter übermässig ausgespült wird. Optimaler Weise sollte das kleine System der jungen Seepferdchen irgendwie an den Wasserkreislauf des grossen Meerwasseraquariums gekoppelt sein. Dies ist die beste Garantie dafür, dass die Wasserqualität gut genug bleibt. Natürlich kann man das kleine System auch direkt in das Becken der Eltern hinein geben. Aber auch bei einem Einhängebecken ist auf einen gezielten Wasseraustausch zu achten. Wer diese Möglichkeit nicht hat, der muss mindestens täglich 10% oder wöchentlich 50% Wasserwechsel mit gut gereiftem Wasser machen. Je nach Belastung im Aufzuchtbecken sollte alle 4-7 Tage dieses völlig geleert und mit einer Bürste gereinigt werden um Bakterielle Ablagerungen zu entfernen. Die kleinen Seepferdchen verfangen sich sonst mit ihren Stacheln in diesen schleimigen oft fadenartigen Ablagerungen und gehen dann an übermässigem Energieverbrauch zu Grunde. Die zum Festhalten dienenden Pflanzen müssen auch ersetzt werden. Als Alternative dienen hier künstliche Festhaltegegenstände aus Kunststoff, die gut gereinigt werden können. Strömung Natürlich spielt auch der Sauerstoffgehalt im Wasser eine Rolle. Deshalb ist eine leichte Belüftung mittels einer Luftpumpe notwendig. Zu guter Letzt spielt die Wasserbewegung (Strömung) oftmals die entscheidende Rolle. Z.B. bei Seepferdchen muss während der pelagischen Phase (die Zeit, in der sie frei herumschwimmen und sich noch nicht mit dem Schwanz irgendwo festhalten) sichergestellt werden, dass die Strömung die neugeborenen Seepferdchen in der Schwebe hält und somit fern vom Boden oder der Wasseroberfläche. Dies erreicht man am besten mittels einer Kreisförmigen Strömung mit horizontaler Achse. Die Strömung erzeugt man entweder durch einen Wasserstrahl oder durch einen Luftheber ohne Ausströmerstein. Ein runder Behälter erleichtert die Strömung. Die Stärke der Strömung hängt von verschiedenen Faktoren ab. Sie darf die Seepferdchen nicht ermüden und auch nicht beim Fressen störend sein. Während der pelagischen Phase benötigen die Seepferdchen mehr Strömung als danach. Auf der anderen Seite kann eine stärkere Strömung bei der Umgewöhnung auf Frostfutter hilfreich sein. Futter Das richtige Futter in ausreichender Menge zur Verfügung zu stellen ist die Grösste Herausforderung in der Aufzucht von Seepferdchen. Neugeborene Seepferdchen fressen ausschliesslich lebendiges Futter und in den ersten Tagen ist fast jedes Futter für sie zu gross. Hinzu kommt, dass junge Seepferdchen bis zu 2'000 kleine Krebschen pro Tag fressen! Wer in Küstennähe wohnt, der kann sich das Futter frisch aus dem Meer besorgen. Den anderen bleib nichts anderes übrig, als entweder das Futter zu importieren, was leider unbezahlbar ist oder es selbst zu züchten. Da auch die Nachzucht von Copepoden etc. im benötigten Umfang nicht leicht ist, kommen oft Artemianauplien als Notfutter zum Einsatz. Je nach der Grösse der Neugeborenen sind diese von Anfang an in der Lage Artemianauplien zu fressen oder erst nach bis zu 2 Wochen, wenn sie entsprechend gewachsen sind. Die entscheidende Grösse der Neugeborenen liegt bei etwa 9 mm. Grünwassermethode Die Grünwassermethode ist für kleine Neugeborene bis ca. 8mm in den ersten Tagen empfehlenswert. Gute Erfolgschancen bietet hier eine Mischung aus Phyto- und kleinstem Zooplankton. Als Basiskultur für das Zooplankton dienen Brachionus und Copepoden. Die jungen Seepferdchen müssen von einer hohen Dichte dieses Futters umgeben sein. Die Brachionus verteilen sich im ganzen Eimer. Am besten sieht man sie an der Oberfläche als winzige (weisse) Punkte, die sich minimal bewegen. Für sie ist z.B. Selco ein gutes Futter oder auch Hefe etc. Zum Absieben braucht man ein feineres Sieb als zum Absieben von Artemien. Am besten bestellt man sich die Gaze im Internet und bastle sich das Sieb selbst. Copepoden lassen sich in Eimern (im Sommer im Freien, z.B. auf dem Balkon) vermehren. Dazu füllt man 25kg Salz-Eimer zu 2/3 mit Wasser aus dem Aquarium und impft diese mit verschiedenen Copepoden an. Die Copepoden kann man entweder im eigenen Becken von den Rändern absaugen oder sich eine Startkultur zulegen. Im Freien belüfte ich die Eimer nicht. Zeitweise scheint bei mir die Sonne auf die Kübel und das Wasser wir bis zu 30 Grad warm. Bei Aussentemperaturen von über 30 Grad sollte man die Kübel vor direkter Sonneneinstrahlung schützen. Damit das Zooplankton auch einen guten Nährwert hat, muss es Phytoplankton fressen oder z.B. Ersatzfutter wie z.B. Selco plus und zwar bis kurz bevor es selbst von den Larven gefressen wird. Füttern darf man das Zooplankton nicht viel. Zerriebene Flocken, Granulat, Frostfutter oder Salat in ganz kleinen Mengen eignen sich dazu. Copepoden werden grösser als frisch geschlüpfte Artemianauplien. Sie sind vermehrt am Eimerrand, doch verteilen sich bei ausreichender Dichte im ganzen Eimer. Man kann sie gut mit dem Artemiasieb entnehmen. Insekten etc. fische ich Täglich aus den Eimern ab, damit das Wasser möglichst gut bleibt. Falls eine dicke Haut an der Oberfläche entsteht, muss diese weg, denn diese mindert den Sauerstoffaustausch und ist eklig beim Absieben der Futtertiere. Ziel wäre, dass das Wasser 1x pro Tag klar wird statt milchig zu sein. Grün ist OK. Versuche mit Korallenbruch am Boden des Eimers wirkten sich bei mir negativ aus. Das Zooplankton muss vor der Geburt in ausreichender Menge vorhanden sein. Ansonsten wird es nie reichhaltig genug sein. Artemianauplien Grössere Neugeborene ab ca. 9mm können von Beginn an Artemianauplien fressen. Entscheidend ist in den ersten Tagen, dass die Nauplien möglichst frisch geschlüpft sind, denn sonst können die Seepferdchen diese nicht verdauen. Hinzu kommt, dass Artemianauplien sobald sie ihren Dottersack verbraucht haben, nach etwa 48 Stunden, praktisch keinen Nährwert mehr haben. Gefüttert wird 3x pro Tag bei guter Beleuchtung. Somit müssen auch 3x pro Tag frische Artemien angesetzt werden. Füttern Sie zu Beginn nicht zu viel, so dass die Nauplien nach dem Fressen für eine Weile im Magen bleiben und nicht sogleich vom neuen Futter herausgedrückt werden. Zeitspannen von mindestens 3 Stunden zwischen den Fütterungen sind in den ersten Wochen optimal. Nach etwa 4 Wochen muss die Menge der Artemianauplien pro Fütterung verdoppelt werden. Junge Seepferdchen können sehr wohl zwischen Artemianauplien und den unverdaulichen Schalen unterscheiden. Wenn genügend Futter vorhanden ist, werden die Schalen äusserst selten geschluckt. Es ist möglich Seepferdchen nur mit Artemianauplien aufzuziehen, doch man sollte versuchen auch Copepoden zu reichen und nur den nicht abdeckbaren Bedarf mit Artemien zu bestreiten. In dieser Phase ist es möglich die kleinen Seepferdchen in relativ grossen Becken zu halten, da sie aktiv dem Futter nachjagen. Angereicherte Artemien Nach etwa 6 Wochen werden die Artemianauplien zu klein um den Futterbedarf der gewachsenen Seepferdchen zu decken. Mit gut 2cm Länge sind die Seepferdchen aber noch zu klein um auf Frostmysis umgewöhnt zu werden. Nun müssen lebendige Artemien in passender Grösse gefüttert werden. Da die Artemien nährwertmässig zwei Tage nach dem Schlupf nur noch so gut sind, wie das was sie gefressen haben, ist nun die Anreicherung ein wichtiges Thema. Artemien kann man z.B. mit Algen, Hefe oder Eigelb füttern. Ausgewachsene Artemien sind nach 8 Stunden voll angereichert. Kleinere brauchen länger – je nach Grösse bis zu 24 Stunden. Zusätzlich zu den lebendigen Artemien kann man versuchen Frost-Cyclops zu füttern. Die meisten Seepferdchenarten haben nun die pelagische Phase überstanden und halten sich vermehrt irgendwo fest beim Fressen. Damit die Futterdichte gross genug ist, muss das Becken nun wieder klein sein. Mysis Etwa nach 3 Monaten mit einer Grösse von 3-5 cm kann mit der Umgewöhnung der Seepferdchen auf Frostmysis begonnen werden. Dazu gebe ich vereinzelte ausgesuchte kleine Mysis ins Aufzuchtbecken. Eine stärkere Belüftung sorgt zugleich für eine leichte Bewegung der toten Mysis und erhöht somit den Fressreiz. Sobald die ersten Seepferdchen beginnen Mysis zu fressen reduziere ich dann die Artemien. Wenn alle Frostmysis fressen stelle ich die Fütterung von Artemia, Cyclops etc. ganz ein. Nun sind die grössten Hürden überstanden und die Zucht ist gelungen. Die Nachzuchten können fortan wie die ausgewachsenen Seepferdchen behandelt werden. Oft werde ich gefragt, wie viele Seepferdchen ich pro Wurf durchbringe. Die Frage kommt meistens dann auf, wenn man seine eigenen Erfolge oder Misserfolge bewerten möchte. Generell kann man sagen, dass falls die Seepferdchen in den ersten 3 Tagen sterben, das Wasser oder die Sauerstoffversorgung mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht gut genug ist. Wenn die Seepferdchen zwischen Tag 4 und 7 sterben, dann ist die Chance gross, dass sie verhungern. Danach kommt es auf eine konstante Pflege darauf an und vor allem auf ausreichend gutes Futter. Was nun meine Quoten betrifft, kommt es darauf an, wie viel Zeit ich habe und was man unter durchbringen versteht. Einige Beispiele: • Comes/Barbouri die ersten 6-8 Wochen bei vernünftigem Zeitaufwand ca. 80% • Comes/Barbouri 6 Monate auf Frostfutter umgestellt bei konstanter Pflege ca. 40% • Reidi die ersten 4 Wochen bei vernünftigem Zeitaufwand ca. 50% • Reidi 6 Monate auf Frostfutter umgestellt bei konstanter Pflege ca. 40% Bei unregelmässiger Pflege (Wochenweiser Abwesenheit) bin ich mit 1 Pferdchen pro Wurf zufrieden. Um mehr als 40% regelmässig durchzubringen, muss man den Aufwand markant steigern durch anreichern des Futters etc. Mit der Zeit werden sich neue Probleme ergeben. So genannte Miniquallen werden sich vermehren. Sie sind einerseits Futterkonkurrenten für die jungen Seepferdchen und andererseits können sie die Seepferdchen mit ihrem Nesselgift schwächen. Man sollte die Anzahl der Miniquallen deshalb durch manuelle Entfernung so tief wie möglich halten. In nicht gekoppelten Aufzuchtbecken kann mit Fenbendazole behandelt werden. Tipps Weniger ist oft mehr. Wenn Sie nur wenige neugeborene Seepferdchen abschöpfen, steigt dafür die Überlebenschance jedes einzelnen. Wenn neugeborene Seepferdchen immer an der Oberfläche kleben, kann man das Becken vorübergehend von oben abdunkeln und seitlich beleuchten. Das Lebendfutter sammelt sich beim Licht und lockt die Seepferdchen von der Wasseroberfläche weg. Die Aufzucht der einzelnen Würfe wird sich überschneiden, so dass mehrere Becken für die verschiedenen Entwicklungsstadien von Nöten sein werden. Lesen Sie mehr über die Nachzucht bestimmter Seepferdchenarten Fotos Weitere Seepferdchenfotos finden Sie in unseren Fischgalerien. Schlusswort Ich wünsche allen viel Erfolg bei der Pflege und Nachzucht von Seepferdchen. Es ist ein Hobby, das zur Leidenschaft wird. Wir ermöglichen dadurch vielen Menschen den Zugang zu diesen fabelhaften Tieren. Nur wenige Menschen werden das Glück haben, Seepferdchen in der freien Natur bewundern zu können. Mit unserem Hobby stärken wir das Interesse für die Seepferdchen und leisten somit einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz. Seitenanfang
Nun sind die grössten Hürden überstanden und die Zucht ist gelungen. Die Nachzuchten können fortan wie die ausgewachsenen Seepferdchen behandelt werden.
Oft werde ich gefragt, wie viele Seepferdchen ich pro Wurf durchbringe. Die Frage kommt meistens dann auf, wenn man seine eigenen Erfolge oder Misserfolge bewerten möchte. Generell kann man sagen, dass falls die Seepferdchen in den ersten 3 Tagen sterben, das Wasser oder die Sauerstoffversorgung mit grosser Wahrscheinlichkeit nicht gut genug ist. Wenn die Seepferdchen zwischen Tag 4 und 7 sterben, dann ist die Chance gross, dass sie verhungern. Danach kommt es auf eine konstante Pflege darauf an und vor allem auf ausreichend gutes Futter. Was nun meine Quoten betrifft, kommt es darauf an, wie viel Zeit ich habe und was man unter durchbringen versteht. Einige Beispiele: • Comes/Barbouri die ersten 6-8 Wochen bei vernünftigem Zeitaufwand ca. 80% • Comes/Barbouri 6 Monate auf Frostfutter umgestellt bei konstanter Pflege ca. 40% • Reidi die ersten 4 Wochen bei vernünftigem Zeitaufwand ca. 50% • Reidi 6 Monate auf Frostfutter umgestellt bei konstanter Pflege ca. 40% Bei unregelmässiger Pflege (Wochenweiser Abwesenheit) bin ich mit 1 Pferdchen pro Wurf zufrieden. Um mehr als 40% regelmässig durchzubringen, muss man den Aufwand markant steigern durch anreichern des Futters etc.
Mit der Zeit werden sich neue Probleme ergeben. So genannte Miniquallen werden sich vermehren. Sie sind einerseits Futterkonkurrenten für die jungen Seepferdchen und andererseits können sie die Seepferdchen mit ihrem Nesselgift schwächen. Man sollte die Anzahl der Miniquallen deshalb durch manuelle Entfernung so tief wie möglich halten. In nicht gekoppelten Aufzuchtbecken kann mit Fenbendazole behandelt werden. Tipps Weniger ist oft mehr. Wenn Sie nur wenige neugeborene Seepferdchen abschöpfen, steigt dafür die Überlebenschance jedes einzelnen. Wenn neugeborene Seepferdchen immer an der Oberfläche kleben, kann man das Becken vorübergehend von oben abdunkeln und seitlich beleuchten. Das Lebendfutter sammelt sich beim Licht und lockt die Seepferdchen von der Wasseroberfläche weg. Die Aufzucht der einzelnen Würfe wird sich überschneiden, so dass mehrere Becken für die verschiedenen Entwicklungsstadien von Nöten sein werden. Lesen Sie mehr über die Nachzucht bestimmter Seepferdchenarten Fotos Weitere Seepferdchenfotos finden Sie in unseren Fischgalerien. Schlusswort Ich wünsche allen viel Erfolg bei der Pflege und Nachzucht von Seepferdchen. Es ist ein Hobby, das zur Leidenschaft wird. Wir ermöglichen dadurch vielen Menschen den Zugang zu diesen fabelhaften Tieren. Nur wenige Menschen werden das Glück haben, Seepferdchen in der freien Natur bewundern zu können. Mit unserem Hobby stärken wir das Interesse für die Seepferdchen und leisten somit einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz. Seitenanfang
Wenn neugeborene Seepferdchen immer an der Oberfläche kleben, kann man das Becken vorübergehend von oben abdunkeln und seitlich beleuchten. Das Lebendfutter sammelt sich beim Licht und lockt die Seepferdchen von der Wasseroberfläche weg.
Die Aufzucht der einzelnen Würfe wird sich überschneiden, so dass mehrere Becken für die verschiedenen Entwicklungsstadien von Nöten sein werden.
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Schlusswort Ich wünsche allen viel Erfolg bei der Pflege und Nachzucht von Seepferdchen. Es ist ein Hobby, das zur Leidenschaft wird. Wir ermöglichen dadurch vielen Menschen den Zugang zu diesen fabelhaften Tieren. Nur wenige Menschen werden das Glück haben, Seepferdchen in der freien Natur bewundern zu können. Mit unserem Hobby stärken wir das Interesse für die Seepferdchen und leisten somit einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz. Seitenanfang
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