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Am Samstag, 21. August 2004, fand das internationale Tanzturnier, die "Coppa Engiadina" im Kulm Hotel in St. Moritz statt. 55 Paare (gemeldet waren deren 70) teilten sich auf in Standard Senioren I und II, Hauptklasse Standard B-A und S und Hauptklasse Latein B-A und S. Der Anlass wurde vom Engadiner Tanzsport Club ETSC organisiert unter der Leitung von Günter Rudack und Elf Heinzelmann, unterstützt von spendefreudigen Sponsoren, allen voran vom Cashmere House Lamm und Foto Rutz.

Im Anschluss ans Höhentrainingslager, geleitet von Sandie Banyer-Baumann und Philip Banyer, und auch als Abschluss desselben fand das Turnier, im Programm Tanz-Gala 2004 tituliert, statt. Die Veranstaltung fing am Nachmittag an, der Eintritt kostete CHF 15.- inkl. Konsumation, mit den Vorrunden der gut besuchten Senioren- und Hauptklasseturniere. Die zunächst befürchteten Auswirkungen der Terminkollision mit dem GOC machten sich nur im Latein bemerkbar.

Wahrscheinlich genossen nicht alle die Kälte an jenem Morgen (10°), die ein Temperatursturz und der nächtliche Schneefall auf den Berggipfeln gebracht hatte. Die Wettergötter bescherten denen, die nicht nur die wunderschöne geschnitzte Holzdecke des Tanzsaals (Tanzfläche 180 qm), sondern auch einen Blick aus dem Fenster über den St. Moritzer-See warfen, abwechslungsweise kurze Regenschauer, blaue Wolkenlücken und einen lang andauernden Regenbogen.

Die Launen des Wetters spiegelten sich in den unterschiedlichen Sichtweisen und Marksverteilungen, sprich Final-Bewertungen der Juroren Antonio Gioncada und Gianni D'Oria aus Italien, Fikret Bilge aus Deutschland, Rita Baumann und Svetlana Di Paolo aus der Schweiz.

Am Abend konnten erlesene Gäste für den stolzen Preis von CHF 160.- am Flächenrand an schön gedeckten Tischen sitzend, feine Häppchen, das 3-Gang-Dinner, Dessert und Kaffee geniessen (ohne Nachtessen und nicht in der ersten Reihe kostete der Eintritt inkl. Apéro und Snacks CHF 80.-) und natürlich auch internationales Tanzen, denn es hatte nebst den schweizer Paaren auch Paare aus Deutschland, Italien und Österreich. Leider gab es etliche Verspätungen, die den Paaren nicht ausserordentlich gefielen und gegen Ende des Abends fiel mit den Aussentemperaturen (2°) auch die Stimmung drinnen. Für die Turnierleitung verantwortlich waren auf deutsch Martin Märki und auf italienisch Adriano Ciabuschi, für das Schiedsgericht Alain von Allmen und Hermann Hausdorf.

Zwischen den Turnier- und Finalrunden zeigten die "MOUVAT"- Jazzdancers aus St. Moritz (6 girls und 1 boy) und die sympathische Gruppe "absolut TAP" aus Bern ihr Können. Im Programm werden die Erfolge der charmanten 3-Frauen-Tap-Formation wie folgt beschrieben: amtierende Schweizer Meisterinnen und Vize-Weltmeisterinnen.

In den entstandenen Pausen hätte das Publikum Gelegenheit zum Tanzen gehabt, im Programm stand nämlich etwas vom DJ Oliver Baumann, der mitreissende junge und auch klassische Tanzmusik auflegen würde: "Denken Sie daran, Tanzen hält fit!" Leider, leider konnte oder wollte sich kein einziger Zuschauer von seinem Platz weg bewegen. Und wenn man bedenkt, dass früher die Ballnächte bis in den frühen Morgen (bis 4 Uhr!) dauerten...

Umso mehr Einsatz boten Christian Venosa und Lombardi Jenny, die nicht nur ihr Turnier gewannen, sondern das Publikum mit Tango Argentino-Shows verwöhnten, mit Tango, Vals und Milonga! An der diesjährigen Europameisterschaft in dieser Sparte holten sie sich die Silbermedaille.

Martin Märkis Wunsch an die Turnierpaare "Viel Vergnügen und viel Luft!" brachte folgenden Paaren Glück und Pokale:

Sen I Std C-S Pyramide (19 Paare): Pilon Fabio und Merelli Maddalena (I)

Sen II Std S Klassisch (15 Paare): Varisco Walter und Varisco Susanne (CH)

HK Std S Klassisch (8 Paare): Venosa Christian und Lombardi Jenny (I)

HK Lat BA Pyramide (4 Paare): Popkov Mark und Guggenbühl Svetlana (CH)

HK Lat S Klassisch (4 Paare): Bochko Dimitri und Mason Alessandra (I)

Herzliche Gratulation allen Gewinnern (bei den Gewinnern waren sich die Wertungsrichter praktisch einig!), mehr Resultate sind unter "Breaking News" ersichtlich.

Beachtenswert war aber an diesem Abend nebst qualitativ gutem Tanzen die Tatsache, dass neue, aber auch immer wieder treue, jedes Jahr wiederkehrende Paare den Weg nach St. Moritz fanden, fast traditionsmässig, obwohl hier die Luft dünn ist, die Startfelder nicht so spektakulär gross wie am GOC und die Wege über alle Berge nicht ohne Aufwand sind. Ein schöner Lohn und eine anerkennende Auszeichnung für die Organisatoren! Die vornehme Atmosphäre des Kulm Hotels lässt das Turnier zu einem speziellen Anlass werden, die eleganten Turnierkleider passen genau in diesen Rahmen.

Alessandra Mason wird diesen Abend wohl gar nie vergessen, brachte sie es doch fertig, nach einem mitten im Finale erlittenen Kreislaufkollaps und Ohnmachtsanfall sich wieder aufzurappeln, das Turnier nach einer Pause wieder aufzunehmen und trotz des nur halb getanzten Jives noch zu gewinnen!

Spannend gestalteten sich auch die Zweikämpfe, ich denke dabei an Fersinis gegen Stein/Streckeisen, sowie Szegö/Roost gegen "Italien". Man kann sagen, die schweizer Paare haben sich gut geschlagen, zeigten sich gierig auf die Meisterschaft. Es zeigte sich, dass die Paare, die am besten aus dem Zentrum heraus tanzten und dabei die nicht allzu grosse Fläche auszunützen wussten, die Paare, die alle Lücken suchten, um locker, schwungvoll und ohne zu bremsen ihre Kombinationen zu tanzen, bei den Wertungsrichtern die meisten Punkte holen konnten.

Eine angenehme Überraschung erlebten Corinne Roost und Thomas Szegö, die den traditionellen Fairness-Preis, die Engadiner Sonne, von Günter Rudack und Elf Heinzelmann in Empfang nehmen durften, als "Lohn" für ihren grossen Einsatz für den Schweizer Tanzsport, trotz der erlittenen Aufregungen, verursacht durch die leidige Rückstufungs-Geschichte.

Um Mitternacht herum zogen sich die meisten Turnierbesucher in ihre Gemächer, Wohnwagen, Ferienwohnungen zurück. Was hatte Christian Venosa zum Abschluss seiner Show gesagt:

"Grazie a tutti, specialmente agli organisatori, grazie ai sponsori, grazie al pubblico. Ritorneremo l'anno prossimo!"

Evelyne Scherer

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